Helen Dorn - Der kleine Bruder
21.10.2023 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
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Originaltitel
Helen Dorn - Der kleine Bruder
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Rätsel um einen toten Amokläufer

Von Elisa Eberle

Ein toter Amokläufer stellt Helen Dorn (Anna Loos) in ihrem 18. Fall vor ein Rätsel: Warum ist Rocco (Marco Valero) in die Schule eingedrungen? Und welche Rolle spielt seine Freundin Abedi (Carla Njine) bei alle dem?

Ein Amoklauf an einer Schule in Hamburg-Wilhelmsburg beschäftigt Helen Dorn (Anna Loos) in ihrem 18. Fall. Der Täter, Rocco Burhan (Marco Valero), erschießt eine Lehrerin, ehe er selbst unter mysteriösen Umständen im Heizungskeller stirbt. Ist er seinen frischen inneren Verletzungen erlegen oder hat eine unbekannte Person nachgeholfen? "Helen Dorn – Der kleine Bruder" (Regie und Buch: Friedemann Fromm) ist ein düsterer und spannender Krimi, den das ZDF nun erstmals zeigt.

Denniz Burhan (Dominik Ganser), der kleine Bruder des Toten, erregt bereits während des Amoklaufs die Aufmerksamkeit von Helen Dorn: Er habe es nicht mehr rechtzeitig in sein Klassenzimmer geschafft, erzählt er. Stattdessen sucht er im Sekretariat, das gleichzeitig als Einsatzzentrale dient, Schutz. Helen Dorn ist skeptisch: Stand Denniz vor der Tat mit seinem Bruder in Kontakt? Die Rektorin Marie Reinhard (Anica Dobra) erzählt von schwierigen Familienverhältnissen: Der Vater (Asad Schwarz) wurde vor zwei Jahren nach Mazedonien abgeschoben. Er leidet an Lungenkrebs und braucht dringend eine Operation, doch ohne Geld und ohne Papiere wird er sie nie bekommen. Wollte Rocco seinem Vater helfen?

Inspiriert von einer wahren Geschichte

Verdächtig verhält sich auch Abedi Elemide (Carla Njine): Ihre Beziehung zu Rocco schien insbesondere ihr älterer Bruder (Yalany Marschner) nicht gutzuheißen. Hat er Rocco auf dem Gewissen? Je länger Helen Dorn ermittelt, umso tiefer dringt sie in ein Geflecht aus Hoffnungslosigkeit, Wut und Skepsis gegenüber der Polizei ein.

Drehbuchautor Friedemann Fromm ließ sich dabei von einem wahren Ereignis im einstigen Hamburger Problemviertel Wilhelmsburg inspirieren: "Vor einigen Jahren gab es an einer der dortigen Schulen einen Amokalarm, der glücklicherweise und aufgrund der Besonnenheit der Schulleiterin gut ausging", erzählt er: "Für das Buch habe ich intensiv recherchiert und Gespräche auf den unterschiedlichsten Ebenen geführt." Das sei nicht immer leicht gewesen, "weil die Geschichte der Sinti und Roma – nicht nur in Deutschland – von großer Ignoranz beziehungsweise Missachtung ihnen gegenüber geprägt und das Misstrauen entsprechend groß ist."

Drei weitere Filme sind abgedreht

Dennoch oder gerade deshalb ist ihm mit "Helen Dorn – Der kleine Bruder" ein spannender und vielschichtiger Film gelungen. Angesichts der emotionalen Hintergründe ist es fast ein wenig schade, dass Anna Loos ihre Figur auch dieses Mal stark unterkühlt spielt. Der Wutausbruch gegenüber ihrem Chef (Stipe Erceg), der sie vorzeitig von dem Fall abziehen will, wirkt da schon fast erfrischend. Schön sind auch die anhaltenden Kabbeleien mit Kollege und Mitbewohner Weyer (Tristan Seith). Bahnt sich da womöglich noch eine echte Freundschaft an?

Regisseur und Drehbuchautor Friedemann Fromm führte bereits bei den vergangenen drei "Helen Dorn"-Filmen Regie. Nicht anders wird es bei den kommenden drei Filmen sein: "Todesmut", "Der deutsche Sizilianer" und "Mordsee" (alles Arbeitstitel) wurden bereits abgedreht. Die Ausstrahlung dürfte im kommenden Jahr erfolgen.

Helen Dorn – Der kleine Bruder – Sa. 21.10. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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