Jahrhundertdiebstahl in Dresden
20.04.2020 • 23:15 - 00:00 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Logo der Sendung
Vergrößern
Residenzschloss in Dresden
Vergrößern
Originaltitel
Die Story
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

Unschätzbare Werte für immer verloren?

Von Andreas Schoettl

Der Riesencoup gelang Einbrechern im November vergangenen Jahres: Sie entwendeten beim Dresdner Juwelendiebstahl Kunstobjekte aus dem historischen Grünen Gewölbe. Fünf Monate nach der Tat gehen Experten davon aus, dass die Schätze verloren sind.

Der Vorfall dauerte nur wenige Minuten. Am frühen Montagmorgen des 25. November vergangenen Jahres drangen Einbrecher in den historischen Teil des Grünen Gewölbes in Dresden ein. Die Polizei geht von vier Tätern aus. Sie stahlen elf komplette und etwa ein Dutzend Teile kostbarer Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten. Obwohl die Polizei im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft Dresden eine Belohnung in Höhe von 500.000 Euro für die Ergreifung der Täter ausgesetzt hat, ist noch keines der unschätzbar wertvollen Kunstschätze wieder aufgetaucht. Es wird befürchtet, dass die Juwelen unter anderem Augusts des Starken für immer verloren sind.

Wenig Hoffnung darauf, dass der spektakuläre Kunstraub doch noch aufgeklärt und nicht zu ersetzenden deutsches Kulturgut wieder auftaucht, macht leider auch der Film "Die Story im Ersten: Jahrhundertdiebstahl in Dresden" von Adina Rieckmann, Heike Römer-Menschel und Ina Klempnow. Unter anderem kommt der niederländische Kunstdetektiv Artur Brand zu Wort. Er ist sich sicher, die Schmuckstücke seien inzwischen auseinandergenommen, Gold und Silber eingeschmolzen und die Edelsteine umgeschliffen worden.

Das Risiko ist einkalkuliert

Doch warum gehen Gangster wie die von Dresden überhaupt das Risiko eines Raubzuges ein, wenn sie die seltene Beute womöglich kaum in bare Münze umsetzen können? Auch darüber hat Detektiv Brand seine Theorie. Der Experte sagt: "Die klauen das und geben es schnell weiter. Wenn sie gefasst werden, dann werden die Diamanten, das Gold und Silber nicht bei ihnen gefunden. Die Täter kalkulieren ein Risiko mit ein. Sie sagen sich: 'Drei oder vier Millionen Euro und dafür vielleicht zwei Jahre im Knast. Das ist besser, als sich einen normalen Job zu suchen.'"

So scheint sich eine irgendwie verquere "Arbeitseinstellung" zuletzt sogar mehr durchgesetzt zu haben. Zumindest die spektakulären Einbrüche in Museen haben sich gehäuft. So wurde im Berliner Bode-Museum eine 100-Kilo-Goldmünze erbeutet. In Trier hatten im Oktober vergangenen Jahres zwei Einbrecher versucht, Hunderte römische Goldmünzen zu stehlen.

Löchrige Sicherheitsvorkehrungen

Die Möglichkeit, dass nur eine erhöhte Risikobereitschaft der Täter zu weiteren Vorfällen führen könnte, indes erscheint zu einfach. Das Autoren-Team legt weiterhin offen, dass die Sicherheitsvorkehrungen oftmals wohl nicht ausreichend sind. Marion Ackermann, Chefin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, etwa betont: "Wir haben jährlich acht Millionen Euro Ausgaben für unsere Sicherheit." Das relativiert sich allerdings. Bekannt ist, dass das Geld für 15 hochkarätige Museen reichen muss.

Die Story im Ersten: Jahrhundertdiebstahl in Dresden – Mo. 20.04. – ARD: 23.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.