Killerkeime
26.11.2019 • 20:15 - 21:00 Uhr
Gesundheit + Medizin, Dokumentation
Lesermeinung
Es dauert Jahre, neue Antibiotika auf den Markt zu bringen. Die Zeit drängt, denn die existierenden Mittel wirken gegen resistente Bakterien immer schlechter.
Vergrößern
Müssen Pharmakonzerne mehr in die Antibiotika-Forschung investieren? Fragt "ZDFzeit" in der Dokumentation "Killerkeime - wenn Antibiotika nicht mehr wirken.
Vergrößern
Neue Antibiotika zu entwickeln, kostet Millionen. Und wer neue Mittel auf den Markt bringt, muss diese als "Reserveantibiotika" zurück halten. Ein schlechtes Geschäft für die Pharmakonzerne.
Vergrößern
Auch in deutschen Gewässern wurden Antibiotika-resistente Keime bereits nachgewiesen. Für gesunde Menschen sind solche Keime ungefährlich. Für Menschen mit offenen Wunden oder einem geschwächten Immunsystem können Infektionen jedoch riskant sein.
Vergrößern
Originaltitel
Killerkeime
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Gesundheit + Medizin, Dokumentation

Warnung bereits von allerhöchster Stelle

Von Andreas Schoettl

Mit der Entwicklung der Antibiotika konnten einst tödlich verlaufende Krankheiten in Schach gehalten werden. Doch nunmehr erweisen sich die Medikamente gegen immer mehr Krankheitserreger als machtlos.

Nach aktuellen Erhebungen sterben jährlich mehrere Tausend Menschen durch multiresistente Keime. Und das nur in Deutschland. Weltweit sollen es sogar mehr als 700.000 Todesfälle sein. Auch die Vereinten Nationen schlagen bereits Alarm: Die Menschheit steuere auf ein postantibiotisches Zeitalter zu, so die Warnung. Im Rahmen der Reihe "ZDFzeit" wagen die Autoren Annebeth Jacobsen und Marc Rensing in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut nun ein Experiment. Es könnte die Warnung der UN entweder entkräften oder im schlimmsten Fall bestätigen.

In einem Krankenhaus wird der Ausbruch eines panresistenten Keims simuliert. Der Versuch soll zeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten den Ärzten dann noch bliebe und wie sich eine weitere Ausbreitung verhindern ließe. Hintergrund des Versuchs ist ein Fall aus den USA. Dieser machte 2016 weltweit Schlagzeilen. Eine Frau wurde mit einer schweren Blutvergiftung in ein Krankenhaus in Reno eingeliefert. Wie sich herausstellte, hatte sie sich bei einer Reise nach Indien mit einem hochresistenten Keim infiziert. Die Diagnose des Erregers damals ergab: Er war gegen alle in den USA zugelassenen Antibiotika unempfindlich. Die Patientin verstarb.

Der Film mit dem Titel "Killerkeime" zeigt auf durchaus erschreckende Art: Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, sind Ärzte praktisch machtlos. Es wäre das Ende der Schulmedizin. "ZDFzeit" stellt nach, was passieren könnte, wenn ein Keim in einem Krankenhaus ausbricht, gegen den kein einziges Mittel mehr hilft. Ein Szenario, das jederzeit eintreten kann, warnen Experten. Und die Gefahr ist längst nicht so abstrakt, wie man vermuten mag. Denn auch in deutschen Gewässern wurden Antibiotika-resistente Keime bereits nachgewiesen. Für gesunde Menschen sind solche Keime ungefährlich. Für Menschen mit offenen Wunden oder einem geschwächten Immunsystem können Infektionen jedoch riskant sein.

Mit der Dokumentation im Rahmen von "ZDFzeit" beginnt das Zweite einen Schwerpunktabend über die Bedrohung durch "Killerkeime". Ab 22.15 Uhr stellt eine "37°"-Reportage zwei Patienten vor, die ein Leben mit jeweils einer chronischen Infektion führen müssen. Schließlich äußert sich auch noch Harald Lesch zu dem Thema. Ab 22.45 Uhr berichtet der TV-Professor in einer weiteren Ausgabe seiner "Kosmos"-Sendungen darüber, wie neue Wege in der Medizin die unsichtbare Gefahr womöglich bändigen könnten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.