Krieg der Königinnen, Elisabeth I und Maria Tudor
29.03.2025 • 20:15 - 21:05 Uhr
Info, Geschichte
Lesermeinung
Als Reaktion auf die Weigerung des Papstes, seine Ehe zu annullieren, lässt Heinrich VIII. rund 800 Klöster in ganz England auflösen: Die Klosterruine Greyfriars in London erzählt noch heute davon.
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Miniatur-Porträt von Prinz Philipp von Spanien (li.): Als Ehemann von Queen Maria I. Tudor bemühte er sich, für seine Feldzüge auf dem Kontinent englische Waffen, Schiffe und Truppen zu erhalten.
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In der Dokumentation verkörpert die Wiener Burgtheater-Schauspielerin Marie-Christine Friedrich eine erfrischend schrullige und exaltierte Königin Elisabeth I.
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Miniaturen mit Porträts der Rivalinnen: Lady Jane Seymour (li.) und Queen Maria Tudor (re.)
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Originaltitel
Krieg der Königinnen, Elisabeth I. und Maria Tudor
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2023
Info, Geschichte

Familienstreit und Fake News im Hause Tudor

Von Elisa Eberle

Als Elisabeth I. prägte die Tochter von Heinrich VIII. ein ganzes Zeitalter. Doch ihre Halbschwester Maria Tudor und ihre Cousine Maria Stuart trieben die britische Monarchin vor und während ihrer Regentschaft zu drastischen Schritten. Die zweiteilige Doku "Krieg der Königinnen" erzählt im Rahmen eines ARTE-Thementags davon.

Sie war Englands erste Königin, dennoch kennen die allermeisten Maria Tudor unter dem wenig schmeichelhaften Namen "Bloody Mary": Rund 300 Protestanten ließ die überzeugte Katholikin während ihrer kurzen Regentschaft als Ketzer auf dem Scheiterhaufen brennen. Doch war sie wirklich so fanatisch und brutal, wie viele glauben? Entspringt das Bild nicht viel eher der Fantasie ihrer missgünstigen Halbschwester Elisabeth I., die sich selbst als "Gloriana" stilisierte? Der Film "Krieg der Königinnen, Elisabeth I und Maria Tudor" geht diesen Fragen nach. Die Dokumentation von Andrea Oster ist nun erneut bei ARTE zu sehen.

Auch in "Krieg der Königinnen" kommt die jungfräuliche Königin nicht gut weg: Die österreichische Schauspielerin Marie-Christine Friedrich spricht als Elisabeth I. in kurzen Spielszenen süffisant von ihrer älteren Schwester. Der dokumentarische Teil des 50-minütigen Films lässt Maria Tudor hingegen in einem anderen Licht stehen: Als einziges überlebendes Kind des brutalen Herrschers Heinrich VIII. und dessen Ehefrau Katharina von Aragon wird sie verhätschelt und in Ermangelung eines Bruders als Thronerbin anerkannt.

Das wahre Gesicht von Maria Stuart

Dann jedoch verliebt sich Heinrich in die bürgerliche Anne Boleyn, lässt die Ehe zu Katharina annullieren und bekommt mit seiner neuen Liebe Tochter Elisabeth. Zur Lady degradiert muss Maria ihrer 17 Jahre jüngeren Schwester als Zofe dienen. Doch Maria Tudor kämpft um ihr Recht auf die Krone und besteigt nach einigen Irrungen und Wirrungen 1553 den englischen Thron. Dieser Kampf sowie ihre anschließenden Bestrebungen für das Seelenheil ihrer Untertanen und Geschlechtergleichheit werden in der Doku von Historikerinnen und Historikern nacherzählt, kommentiert und eingeordnet.

Nach dem Tod von Maria Tudor im Jahr 1558 besteigt Elisabeth I. den englischen Thron und läutet das erste elisabethanische Zeitalter ein. Während ihrer Regentschaft, die bis zu ihrem Tod 1603 währt, wird sie von einer anderen Maria heimgesucht: Maria Stuart ist eine Großnichte Heinrichs VIII. Als Schottlands Königin will sie den englischen Thron besteigen, auf den sie als Katholikin einen größeren Anspruch als die protestantische Elisabeth hat.

Warum das heutige Bild Maria Stuarts als Heilige, als geköpfte Märtyrerin, nicht ganz der Wahrheit entspricht, zeigt die Dokumentation "Krieg der Königinnen, Elisabeth I und Maria Stuart" von Andrea Oster um 21.05 Uhr. In der ARTE Mediathek stehen beide Filme bereits ab Freitag, 28. März, zum Abruf bereit.

Krieg der Königinnen, Elisabeth I und Maria Tudor – Sa. 29.03. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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