Lebenslinien
12.05.2025 • 22:00 - 22:45 Uhr
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Nach einem langen Drehtag in Kulmbach gibt es Für Thomas Gottschalk zum Feierabend ein Bierchen mit alten Freunden.
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Chorprobe in Windsbach, Thomas Gottschalk stellt seine Fähigkeit zum Sängerknaben unter Beweis.
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Thomas Gottschalk moderiert seine vorerst letzte Sendung auf Bayern 1.
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Natürlich wollen auch die Windsbacher Jungs ihre Selfies mit dem großen Entertainer machen.
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Originaltitel
Lebenslinien
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
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Thomas Gottschalk wird 75: Vom fränkischen Spaßmacher zur TV-Legende

Von Jasmin Herzog

Radiomoderator, Entertainer, Fernsehlegende: Nach einem Dreivierteljahrhundert blickt Thomas Gottschalk auf eine bewegte Laufbahn zurück. Kurz vor dem 75. Geburtstag des großen TV-Unterhalters wiederholt der BR nun die "Lebenslinien"-Doku "Der Thommy von nebenan".

"Ich bin eine lebende Legende, ich will keine tote sein!" – Ein Satz, der nachhallt. Gesagt hat ihn Thomas Gottschalk, der große Unterhalter der Deutschen, in einer "Lebenslinien"-Doku über seine einzigartige Karriere. Kurz bevor der fränkische Weltbürger am 18. Mai sein 75. Lebensjahr vollendet, wiederholt der BR den Film, der erstmals 2020 anlässlich Gottschalks 70. Geburtstag ausgestrahlt wurde. Nach einem Dreiverteljahrhundert ist seine Biografie allseits bekannt – vom oberfränkischen Kulmbach hinaus in die Welt, von der Freizeit-Disko zum Rockmoderator beim BR und zum allseits beliebten Entertainer bei "Wetten, dass ..?". Das alles wird nicht zum ersten Mal verhandelt und vom Autor Victor Grandits erfreulich locker abgehakt.

So hat der "Thommy", wie ihn jeder nennt, zwischen den Besuchen in Kulmbach, der Stadt in der er aufwuchs, beim Windsbacher Knabenchor, wo er eine Patenschaft übernommen hat, und in Fürth, bei einer Lesung seines autobiografischen Werks "Herbstblond", viel Zeit, um ausführliche Selbsteinschätzungen abzugeben. Die sind in der Doku mit dem Untertitel "Der Thommy von nebenan" wie immer mit viel Ironie und einer Prise Sarkasmus versehen.

"Das reicht heute schon, um wieder weltberühmt zu werden!"

Ganz bitter kann er werden, wenn er auf die Zeit nach "Wetten, dass ..?" zu sprechen kommt. Briefmarkengroß sei sein Konterfei in den bunten Zeitschriften da nur noch gewesen, als fast vergessene "Legende" wurde er damals, ab 2011, nur noch behandelt. – Erst als "die Hütte brannte", wie er das 2018 niedergebrannte Haus in Malibu nennt, und er dann eine "junge Frau" kennenlernte, sei seine Bedeutung plötzlich wieder gestiegen: "Das reicht heute schon, um wieder weltberühmt zu werden – so geht's!".

Gottschalk liebt die große Geste und die großen Sätze. Die Medienschelte ganz besonders. Wie das war, damals mit dem Loch nach "Wetten, dass ..?" und ob's dafür nicht auch Gründe gab, danach fragt hier leider keiner. Und Gottschalk, der in der Nachfolge von Showgrößen wie Kulenkampff immer noch wie ein guter Profi reden kann, schweift auch gerne geschickt ab. Dann schiebt er das Private rein und die Presseschelte hinterher.

Eins muss man ihm aber glauben: Er liebt sein Publikum, solange es das gibt, von zwölf bis 80, beim Knabenchor und in seiner alten Schule. Eine selbstverständliche Nähe entsteht da zwischen alt und jung. " Ein "cooler Alter" werden, das geht nicht bei ihm, das habe er schon versucht. "Da kannst du dich gleich aufgeben", hätten Freunde gesagt. Also schreibt er Autogramme, bis ihm die Finger rauchen, klatscht Hände ab – und stellt zufrieden fest: "Ich lebe in einer Welt, in der jeder, der auf mich zukommt, Gott sei Dank angenehme Erinnerungen mit mir verbindet."

"Ich schulde jedem Einzelnen etwas, der sich mir nähert"

Und er weiß: "Ich schulde jedem Einzelnen etwas, der sich mir nähert." Er weiß wohl auch, dass man von und mit der Vergangenheit allein nicht leben kann. Nur ungern erinnert er sich an den schweren Unfall bei "Wetten, dass ..?" und an die Zeit davor, als die Konkurrenz größer wurde, als die Quotenangst "vor der Einstelligkeit" hochkam: "Nur noch neun statt zwölf Millionen." Zur Glanzzeit von "Wetten, dass..?" waren es 21 Millionen Zuschauer aller Altersklassen. So was prägt den stolzen Mann.

Zuletzt im Film sieht man Gottschalk wieder im Hörfunkstudio wie einst. Da legt er seine Rock Classics auf und fuchtelt im Rhythmus mit den Armen und den Händen. Aber dann verabschiedet er sich plötzlich am Mikro: Der Arzt habe behauptet, es sei für ihn hochriskant, für die Sendung "einmal im Monat das Bett zu verlassen". So ist er eben, der Gottschalk: ein Spaßmacher, der Rätsel aufgeben kann. Sollen sich doch die anderen die Köpfe über der Wahrheit zerbrechen.

Lebenslinien: Thomas Gottschalk – Der Thommy von nebenan – Mo. 12.05. – BR: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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