Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof
10.02.2026 • 20:15 - 22:15 Uhr
Fernsehfilm, Krimikomödie
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Originaltitel
Miss Merkel - Ein Uckermark-Krimi
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Fernsehfilm, Krimikomödie

Die Altkanzlerin ermittelt in ihrem zweiten Mordfall

Von Eric Leimann

Über drei Millionen Menschen sahen im März 2023 bei der ersten Verfilmung eines "Miss Merkel"-Bestsellers von David Safier zu. Ein Jahr später ermittelte die Ex-Kanzlerin (Katharina Thalbach) erneut im TV – im Mord an einem Friedhofsgärtner. RTL wiederholt den Film am Dienstagabend zur besten Sendezeit.

Es klingt nach einer Win-win-Situation, auf die sich Bestsellerautor David Safier ("28 Tage lang") in der Zusammenarbeit mit RTL eingelassen hat. Seine geniale Idee, Altkanzlerin Angela Merkel eine fiktive Rentnerinnen-Biografie als Privatermittlerin in der Uckermark anzudichten, ist mit der Buchreihe "Miss Merkel" voll aufgegangen. 2023 lief die Verfilmung von Band eins, "Mord im Schloss", vor 3,12 Millionen Zuschauern bei RTL, mit dem Buch hatte der Bremer Schriftsteller Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste erreicht.

Seitdem gibt es jedes Jahr einen neuen Roman – mittlerweile sind es vier – und RTL kann sie mit kleinem Sicherheitsabstand von ein bis anderthalb Jahren verfilmen. Die Adaption von Band zwei, "Mord auf dem Friedhof", lief erstmals 2024 und wird nun am Dienstagabend bei RTL wiederholt. Fall drei, "Mord auf hoher See", feierte vergangenen September TV-Premiere, demnach könnte die Adaption des 2024 erschienenen Romans "Mord in der Therapie" im Laufe dieses Jahres ins Programm kommen.

Doch zurück zu Fall zwei: "Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof" lässt die Altkanzlerin beim Spaziergang mit Mops Helmut (im Buch hieß er "Putin", doch der taugt nicht mehr zum Schmunzeln) eine Leiche auf dem Friedhof entdecken. Es ist der Gärtner, der dort mit den Füßen nach oben im Mutterboden steckt. Doch wer hatte Interesse daran, den stillen Einzelgänger loszuwerden?

Weil die örtliche Polizei unter Kommissar Hannemann (Sascha Nathan) wie immer die Hände in den Schoß legt, muss die Polit-Entscheiderin von einst nun auch in Klein-Freudenstadt die Dinge regeln. Unterstützt von Ehemann Joachim Sauer (Thorsten Merten) und Personenschützer Mike (Tim Kalkhof) geraten zwei verfeindete Bestattungsunternehmer in den Fokus von Merkels Ermittlungen.

Bestatter, Witwer und Shakespeare-Fan Kurt Kunkel (Sven Martinek), den Miss Merkel durchaus attraktiv findet, führt sein Unternehmen gemeinsam mit den erwachsenen Kindern (Paula Kroh, László Branko Breiding). Noch etwas erfolgreicher scheint jedoch Konkurrent Ralph Borscht (Bernhard Schütz) zu sein, der mit Tochter Merle (Johanna Polley) und seiner sehr jungen Ehefrau Charu (Farina Flebbe) in einer schicken Villa lebt. Trotzdem wirkt der Mann angespannt, unglücklich und verschlossen. Kann Miss Merkel das Geheimnis der beiden Familien aufklären und den oder die Mörder überführen?

Verpasste Digitalisierung und Satanismus auf dem Lande

2023 überschlug sich die Kritik nicht gerade vor Begeisterung über den ziemlich klamottig inszenierten Schmunzelkrimi "Miss Merkel" an RTLs "Tödlichem Dienstag". Doch der Erfolg mit über drei Millionen Zusehenden gab dem Produkt recht. Wobei der Krimi damals wie ein jahr später (Buch: Anja Flade-Kruse, Regie: Torsten Wacker) auch seine Stärken hatte: Da wären zum einen zwei über jeden Zweifel erhabene Schauspiel-Granden wie Katharina Thalbach und Thorsten Merten als Ehepaar, das sich auf seinem eigentlich entspannter eingeplanten, herrlich provinziellen Alterswohnsitz kabbelt, neckt, aber am Ende doch liebt.

Und wie im ersten Fall sind es auch hier jene Scherze um Angelas politische Weltkarriere, die am meisten amüsieren. Wenn die Bild- und Tonverbindung zwischen Angie und dem auf einem Berggipfel urlaubenden Herrn Sauer nicht so gut funktioniert, murmelt die Altkanzlerin zum Computerbildschirm: "Ich hätte mehr Geld in die Digitalisierung stecken müssen." Und wenn nachts Satanisten eine alte Uckermark-Kirche für ihr Treffen nutzen, raunt die Ex-Kanzlerin aus der Beobachterposition: "Ich habe ja immer gesagt: Nicht die Jugendclubs auf dem Land schließen!"

Was den Fall selbst angeht: Hier wird solide Miträtselkost geliefert. Miss Marple ist nicht umsonst Vorbild für Merkels Figur. Wer "Miss Merkel" liest oder schaut, weiß, was er oder sie bekommt: Einen Schmunzelkrimi mit genialer Grundidee, dessen Kriminalfall sich eher auf Vorabendniveau abspielt, dessen Ermittler-Figuren jedoch durchaus Klasse mitbringen.

Bei der Erstausstrahlung von "Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof" schalteten im März 2,36 Millionen Menschen ein, bei "Mord auf hoher See" im September 2025 waren es mit 2,05 Millionen Menschen noch einmal weniger.

Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof – Di. 10.02. – RTL: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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