Nord Nord Mord - Sievers und der schönste Tag
15.03.2021 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
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Originaltitel
Nord Nord Mord
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Altersfreigabe
12+
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Wenn die Tante auf Sylt Hochzeit feiert

Von Wilfried Geldner

Um Erpressung und Heiratsschwindel geht es im 14. Film der "Nord Nord Mord"-Reihe des ZDF. Kommissar Sievers' junge Kollegin Ina bekommt unverhofften Besuch von ihrer Tante Marion (Hannelore Hoger). Marion will noch mal heiraten. Doch leider gibt es böse Menschen, die etwas dagegen haben.

Abgesehen von der Leiche, die ein Taucher vor Sylt in einem Auto unter Wasser findet, beginnt "Sievers und der schönste Tag", die 14. Episode der Crime-Comedyreihe "Nord Nord Mord" des ZDF (Regie: Maria von Heland), mit einem glücksglucksenden Moment. Inas Tante Marion (Hannelore Hoger) freut sich trotz ihrer späten Tage auf die Hochzeit mit ihrem Lover Robert (Christian Kohlund), den sie beim Sightseeing in Venedig in ihr Herz geschlossen hat. Robert ist reich, er hat ein Kloster gekauft, einen Bauernhof – und ein Boot sowieso. Aber auch Marion ist nicht arm. Schließlich war sie bereits mehrfach verheiratet, und stets blieb ein schönes Sümmchen für sie übrig. Ina Behrendsen, die junge Kommissarin (Julia Brendler), die sich für die Tante schämt, bleibt allerdings genau so skeptisch wie ihr Chef Sievers (Peter Heinrich Brix). Könnte Robert womöglich ein Heiratsschwindler sein? Und was hat er mit der Unterwasserleiche zu tun?

Hannelore Hoger als späte Braut in Weiß

Hannelore Hoger besteht als späte Braut auf "Ganz in Weiß" und will, dass alles gefilmt wird an ihrem Ehrentag, weil Fotos doch meist nur "öde" sind. Dass ausgerechnet die Hochzeitsfirma, die mit dem Slogan "Der schönste Tag" ihre Kunden wirbt, ein recht zwielichtiges Unternehmen ist, ahnt sie nicht. Zwei Agenten, der eine ist nun tot, fungierten im Nebengeschäft als Erpresser. Sie verstanden es, gut gehütete Geheimnisse von Hochzeitswilligen Gewinn bringend für sich zu nutzen.

Tante Marion aber lässt sich unbekümmert von ihrem charmanten Robert um den Finger wickeln. Christian Kohlund macht das, mit Halbglatze und Schnauzbärtchen versehen, zwielichtig bis hin zum Standesamt. Dabei wissen die Zuschauer längst mehr. Der Tote im Unterwasser-Auto wurde mit dem langsam wirkenden "Schwiegermuttergift" E 605 vergiftet, das heute nur noch in verwahrlosten Schrebergärten herumstehen dürfte, wie Jungkommissar Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) weiß. Hinnerk macht zudem den Tonmann beim Hochzeitsfilm, er versteht es aber auch, mit einer Hand aus zwei Rotweingläsern gleichzeitig zu trinken – zur Nachahmung nicht empfehlenswert.

Keine Zeit für die Anekdoten von damals

In der Komik liegt die Stärke dieses Sylt-Krimis. Dabei ist ihm eine gewisse sorglose Überladenheit nicht abzusprechen. Dem Autor Thomas Walendy ("Die Verbrechen des Professor Capellari") hat es offensichtlich Spaß gemacht, alle möglichen Verdächtigen der Reihe nach an die Front zu schieben – besonders betrogene Frauen, ahnt jedenfalls Kommissar Sievers, neigen zu E 605, weil da die "Hemmschwelle" niedrig sei. Die Frage aber, ob und wie sich Schnauzbartträger Kohlund hier als Hochzeiter letztlich gerieren würde, sorgt für bleibende Spannung.

Hannelore Hoger und Kohlund kennen sich seit Jahren. "Christian Kohlund habe ich sogar für die Rolle des geheimnisvollen Bräutigams vorgeschlagen, da ich überzeugt war, er würde das ganz wunderbar spielen", verrät Hannelore Hoger, die ihre späte Brautrolle mit viel Augenzwinkern würzt. "Wir hatten aber keine Zeit, Anekdoten von damals auszutauschen. Da ich trotz der Pandemie zu einigen Lesungen eingeladen war, blieb dem Team und mir nichts anderes übrig, als meine Szenen in wenigen Tagen abzudrehen", fügt die 78-Jährige hinzu, die laut "Bunte" neuerdings ihre Geburtstage rückwärts zählt. "Viel Text – das ist schon anstrengend für jemanden meines Alters. Aber sonst hätte ich nicht drehen können, und ich wollte so gern." Der Unterschied zwischen gestern und heute lasse sich schnell verdeutlichen: "Damals hatten wir 35 Drehtage, heute 21. Dann diskutierten wir früher manchmal noch halbe Nächte und schoben deshalb den Dreh. Heute undenkbar."

Gleich drei Filme hat die ZDF-Tochter Network Movie im vergangenen Sommer und Herbst auf Sylt gedreht. Thematisch herrscht von der Sylt-Hochzeit bis zum Kunsthandel reicher Leute und zur esoterischen Anwandlung in den Dünen offenbar kein Mangel – und das Darstellertrio Brix-Brendler-Wnuk beweist auch diesmal wieder ohne Frage erstaunliche Comic-Qualitäten.

Nord Nord Mord – Sievers und der schönste Tag – Mo. 15.03. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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