Robin Hood
27.08.2020 • 20:15 - 23:00 Uhr
Spielfilm, Abenteuerfilm
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Robin Hood/Robin Longstride (Russell Crowe)
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Untitled Robin Hood Adventure
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Robin Hood/Robin Longstride (Russell Crowe)
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Untitled Robin Hood
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Originaltitel
Robin Hood
Produktionsland
USA, GB
Produktionsdatum
2010
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 13. Mai 2010
DVD-Start
Do., 23. September 2010
Spielfilm, Abenteuerfilm

Robin Hood entdeckt sich selbst

Von Kai-Oliver Derks

Nach mehr als 30 Film- und Fernsehversionen wollte Regisseur Ridley Scott neue Seiten an der Legende entdecken: VOX zeigt "Robin Hood" mit Russell Crowe in der Titelrolle.

Nur ein einziges Mal nimmt es Robin Hood in diesem Film den Reichen, in diesem Fall der Kirche, und gibt es den Armen. Und nur in den letzten Minuten ist er schließlich dort, wo man ihn und seine Gefährten gemeinhin vermutet: im Wald. Ridley Scotts schlicht "Robin Hood" benanntes Abenteuer ist eine Art Prequel und schildert ausschließlich jene Ereignisse, die Robin Hood (Russell Crowe) zum Geächteten werden ließen. Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer ließen den Film aus dem Jahr 2010 in den deutschen Kinos zu einem beachtlichen Erfolg werden. Nun wiederholt VOX das prominent besetzte Abenteuer.

Der Film legt den Schwerpunkt zum einen auf die Entwicklung des Soldaten Robin Hood hin zum Outlaw und Helden. Zum anderen rückt er vor allem die Zeit und ihre Besonderheiten in den Mittelpunkt – jenes frühe 13. Jahrhundert, als es in England und anderswo noch reichlich rüde zuging.

Robin Hood kämpft zunächst in Frankreich, seine Heimat England hat er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Als er fünf war, starb sein Vater – ein Ereignis, das der begnadete Bogenschütze inzwischen verdrängt hat. Als bei einem Gefecht König Richard in Frankreich ums Leben kommt, will Robin in seine Heimat zurückkehren, wo inzwischen König John (Oscar Isaac) regiert.

Eher ein politischer Historienfilm

Auf dem Weg nach England trifft er den sterbenden Robert Loxley (Douglas Hodge), der den Auftrag hatte, die Krone zurück nach London zu bringen. Loxley ringt Robin ein Versprechen ab: Er möge sein Schwert heim zu seinem Vater, Sir Walter Loxley (gespielt von dem im März verstorbenen Schauspieler Max von Sydow), bringen. Robin tut wie geheißen und trifft in England nicht nur auf den greisen, erblindeten Loxley, sondern auch auf dessen Schwiegertochter Marion (Cate Blanchett).

Auf der Grundlage des Drehbuchs von Brian Helgeland hat Ridley Scott eher einen politischen Historienfilm denn ein Biopic gedreht. Die Zusammenhänge sind komplex: England und Frankreich befinden sich im Krieg. König Johns ältester Freund Sir Godfrey (Mark Strong) erweist sich als Verräter und versucht das Land zu entzweien, womit es einer möglichen Invasion Frankreichs nicht standhalten würde. Ausgebeutete Grundstücksbesitzer wenden sich gegen ihren eigenen König, der sich irgendwann als Lügner erweisen wird. Und mittendrin: Robin Hood, der hier zunächst Robin Longstride heißt, und dem die Aufgabe zufällt, England für den Moment der großen Schlacht zu einen.

Hauptfigur wird nicht als übermenschlicher Held dargestellt

Nur selten tauchen seine Gefährten auf: Little John, Bruder Tuck – nicht mehr als Randfiguren in diesem kriegerischen Epos, das eine ganze Reihe von Schlachten bietet, die zwar aufwendig und attraktiv gefilmt wurden, aber vergleichsweise unblutig ablaufen. "Robin Hood" erinnert in seiner Erzählweise und seiner Optik an Filme wie Ridley Scotts "Gladiator" oder "Braveheart", ohne deren Opulenz, deren Größe zu erreichen. Was auch daran liegt, dass einigermaßen pathosfrei erzählt und die Hauptfigur hier nicht als übermenschlicher Held dargestellt wird. Crowe spielt diesen Robin eher zurückhaltend, als bisweilen gar schüchternen Normalo. Und vor allem: Er spielt todernst. Wie überhaupt dem gesamten Film, bis auf wenige Ausnahmen, jener rüde Raubaukenhumor abgeht, der viele der bisherigen Verfilmungen mit prägte.

Äußerst gelungen wird die sich langsam entwickelnde Liebesbeziehung zwischen Robin und Marion geschildert. Um die Beziehung zu der resoluten Witwe steht es zunächst keineswegs zum Besten. Der Film stellt sie zudem, anders als seine vielen Vorgänger, nicht als schwache Frau dar, die einigermaßen willenlos erobert wird, sondern als moderne Kämpferin.

Mehr als 30 Film- und Fernsehversionen rund um Robin Hood gibt es, die bekanntesten sind sicher die Zeichentrickverfilmung aus den 70er-Jahren sowie jene mit Kevin Costner in der Hauptrolle. Ridley Scotts "Robin Hood" gibt der Legende zwar keinen grundsätzlich anderen Anstrich, fügt aber neue, ernsthafte Elemente hinzu.

Robin Hood – Do. 27.08. – VOX: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Der Trailer zu "Robin Hood"

Darsteller

Schauspieler und Regisseur Russell Crowe.
Russell Crowe
Gab 1997 ihr Leinwand-Debüt: Cate Blanchett.
Cate Blanchett
Schauspieler Max von Sydow.
Max von Sydow
William Hurt trägt einen Anzug und schaut ernst zur Seite.
William Hurt
Wird gerne als Bösewicht besetzt: Mark Strong
Mark Strong
Matthew Macfadyen wurde vor allem für seine Rolle als Mr. Darcy in "Stolz und Vorurteil" bekannt.
Matthew Macfadyen
Danny Huston übernimmt gerne die Rolle des Gangsters.
Danny Huston
Eileen Atkins
Schon seit langem etabliert: Mark Addy
Mark Addy
Léa Seydoux wurde am 1. Juli 1985 als Tochter von Henri Seydoux und seiner damaligen Frau Valérie Schlumberger in Paris geboren.
Léa Seydoux
Oscar Issac im Anzug. Trägt Bart
Oscar Isaac
Luke Evans 2022 auf der Premiere von "Pinocchio".
Luke Evans
Weitere Darsteller
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