Scham, das verborgene Gefühl
29.06.2024 • 22:35 - 23:30 Uhr
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Originaltitel
Scham, das verborgene Gefühl
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Ein letzter Schutzwall für den Menschen

Von Hans Czerny

Rot werden, Schwitzen, das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben – all das zeugt von Scham. Doch Scham kann tiefer gehen, bis hin zum Gefühl, entwurzelt zu sein. Scham kann Depressionen erzeugen, die in der frühen Kindheit liegen. Im ARTE-Film geben Menschen Auskunft über dieses Phänomen.

Niederlagen und Misserfolge sind nicht selten der Auslöser dafür, sich zu schämen. Rot werden im Augenblick, Schweißausbrüche und steigender Puls, das sind Phänomene, die wir alle kennen. Doch wirkliche Scham wirkt tiefergehend. Sie kann ihre Ursache in der frühen Kindheit haben. Wir alle wollen dazugehören, durch Ablehnung der Eltern oder spürbare Überforderung werden wir ausgegrenzt.

Das Gefühl, im Erdboden zu versinken oder uns in Luft auflösen zu wollen, kennt jeder. Doch Verletzungen, Beleidigungen oder gar Vergewaltigungen können tiefe, dauerhafte Scham über sich selbst auslösen, über die Betroffene nicht gerne sprechen. Im ARTE-Film von Dorothee Kaden (HR) tun sie es doch, begleitet von Statements kundiger Psychologen.

Schon in der Steinzeit wurde ausgestoßen, wer gegen die anerzogenen Werte der Gesellschaft handelte, Scham war von Beginn an ein gemeinschaftsbildendes Element. Das Gefühl "Ich bin nichts wert!" war die unausbleibliche Folge nach bitteren Erfahrungen. Das Gefühl, sich nach Verletzungen durch andere zu schämen, wirkt nur auf den ersten Blick rätselhaft, doch es kann der letzte Schutzwall sein, um sich noch als Mensch zu fühlen – und der unbewusste Versuch, die Kontrolle über sich selbst zurückzuholen.

Scham, das verborgene Gefühl – Sa. 29.06. – ARTE: 22.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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