The Bomb
07.08.2018 • 20:15 - 21:55 Uhr
Spielfilm, Dokumentarfilm
Lesermeinung
Die zweite in einem Krieg eingesetzte Atomwaffe, die Bombe "Fat Man", wurde am 9. August 1945 von einem US-amerikanischen Flugzeug über der japanischen Stadt Nagasaki abgeworfen, die dabei größtenteils zerstört wurde.
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Albert Einstein (li.) und Robert Oppenheimer (re.), der "Vater der Atombombe"
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General Leslie R. Groves war der oberste militärische Entscheidungsträger des Manhattan-Projekts zur Entwicklung der ersten Atombombe. Hier ist er vor einer Landkarte des südlichen Pazifischen Ozeans zu sehen.
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Kernwaffentest "Truckee" am 9. Juni 1962 nahe der Weihnachtsinseln im Indischen Ozean
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General Leslie R. Groves auf dem Gelände des Trinity-Tests.
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Die allererste Bombe während des Trinity-Tests in New Mexico erhielt den Codenamen "The Gadget". Sie wurde auf einen circa 30 Meter hohen Stahlturm gehievt.
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Operation Dominic: eine Reihe von Kernwaffentests der USA, die zwischen dem 25. April und dem 17. Juli 1962 durchgeführt wurden (hier "Bluestone")
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Das einzig bestehende Farbfoto des Trinity-Tests, der ersten von den USA durchgeführten Atomexplosion am 16. Juli 1945 im Rahmen des Manhattan-Projekts.
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Hint
Synchronfassung, Online verfügbar von 07/08 bis 12/09
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2015
Spielfilm, Dokumentarfilm

Die Büchse der Pandora

Von Eric Leimann

Eine Dokumentation beschreibt detailliert das Entstehen der ersten Atombomben – und wie sie die Welt veränderten. Filmemacher Rushmore Denooyer fand dafür seltene und bislang unter Verschluss gehaltene Filmaufnahmen.

Über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki explodierten am 6. und 9. August 1945 die ersten Atombomben. Sie beendeten den Zweiten Weltkrieg, der nach Deutschlands Kapitulation noch immer zwischen Japan und den USA im Pazifikraum tobte. Der Dokumentarfilmer Rushmore Denooyer widmete sich 2015 – zum 50. Jubiläum der Massenvernichtungswaffe – ausführlich deren Entstehung. Sein Film "The Bomb", den ARTE in deutscher Erstausstrahlung zeigt, bringt letzte Zeitzeugen des mit großer Eile und unbändigem Ehrgeiz betriebenen amerikanischen Nuklearprojekts vor die Kamera. Viele der mit Sorgfalt restaurierten Aufnahmen von Bombentests und damaligen Wissenschaftlern standen bis vor Kurzem unter Verschluss.

Rushmore Denooyer, der sich filmisch schon verschiedenen populären Wissenschaftsthemen widmete – von diversen Weltall-Phänomenen bis zur Titanic -, erzählt umfassend die Entstehungsgeschichte der amerikanischen Atombombe. Mit enormem finanziellen Aufwand und gewaltiger Manpower wurde ihr Entstehen ab 1942 im geheimen "Manhattan-Projekt" unter General Leslie R. Groves vorangetrieben.

Groß war die Angst, Hitler-Deutschland könne die Waffe zuerst erfinden, und damit den Krieg für sich entscheiden. Doch Denooyer bleibt nicht bei der Kapitulation Japans stehen, denn danach geht der "Siegeszug" der selbstzerstörerischsten Waffe, die Menschen jemals erfanden, weiter. Immer größere und modernere Massenvernichtungswaffen wurden in den Jahren nach 1945 gebaut und getestet. Als die Russen 1949 in Kasachstan ihre erste Atombombe zündeten, stellte dies für die mittlerweile von ihren ehemaligen Kriegspartnern entfremdeten West-Alliierten ein Schock dar. Die Welt befand sich fortan im gefährlichen Dauerzustand des "Kalten Kriegs" – der mehrfach ein mörderisch heißer zu werden drohte.

Dem manchmal etwas plakativ "amerikanisch" getexteten Dokumentarfilm, der allerdings faszinierende Bilder und Zeitzeugeninterviews präsentiert, folgt um 21.55 Uhr "Death By Hanging" – ein Film über den hierzulande weitgehend unbekannten Kriegsverbrecherprozess von Tokio. Sozusagen die "Nürnberger Prozesse" der Alliierten gegen das unterlegene Japan. Die 60 Minuten lange, französisch-kanadische Produktion von 2015 zeigt das Scheitern einer gesellschaftlichen Aufarbeitung von Kriegsverbrechen, welches im Chaos und einer Farce endete.

Abschluss des ARTE-Themenabends über drohende und reale Atomkriege bildet um 22.55 Uhr das 105 Minuten lange "The Man Who Saved the World ". Peter Anthonys Dokumentarfilm von 2014 porträtiert den im September 2017 verstorbenen russischen Oberst Stanislaw Petrow. 1983 verhinderte er einen Atomkrieg, indem er einen – später als Fehlalarm aufgedeckten – Angriff westlicher Atomraketen auf die Sowjetunion nicht an seine Vorgesetzten weitergab.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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