Tschick

  • Auf die Freiheit! Tschick (Anand Batbileg, rechts) und Maik (Tristan Göbel) landen im Acker. Vergrößern
    Auf die Freiheit! Tschick (Anand Batbileg, rechts) und Maik (Tristan Göbel) landen im Acker.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Manchmal geht es mit dem Lada nur querfeldein durch Kuhherden weiter. Vergrößern
    Manchmal geht es mit dem Lada nur querfeldein durch Kuhherden weiter.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Ab in die Walachei: Tschick (Anand Batbileg, links) und Maik (Tristan Göbel) begeben sich im geklauten Lada auf großen Roadtrip. Vergrößern
    Ab in die Walachei: Tschick (Anand Batbileg, links) und Maik (Tristan Göbel) begeben sich im geklauten Lada auf großen Roadtrip.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Auf die Geburtstagsparty sind Tschick (Anand Batbileg, links) und Maik (Tristan Göbel) zwar nicht eingeladen - sie kommen aber dennoch. Vergrößern
    Auf die Geburtstagsparty sind Tschick (Anand Batbileg, links) und Maik (Tristan Göbel) zwar nicht eingeladen - sie kommen aber dennoch.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Maik (Tristan Göbel, links), Isa (Nicole Mercedes Müller) und Tschick (Anand Batbileg) genießen das süße Nichtstun. Vergrößern
    Maik (Tristan Göbel, links), Isa (Nicole Mercedes Müller) und Tschick (Anand Batbileg) genießen das süße Nichtstun.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Tschick (Anand Batbileg, rechts) und Maik (Tristan Göbel) freuen sich an ihrer neuen Freiheit. Auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft. Vergrößern
    Tschick (Anand Batbileg, rechts) und Maik (Tristan Göbel) freuen sich an ihrer neuen Freiheit. Auch wenn nicht immer alles reibungslos läuft.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
  • Fatih Akin gelingt mit "Tschick" eine tolle Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolfgang Herrndorf. Vergrößern
    Fatih Akin gelingt mit "Tschick" eine tolle Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolfgang Herrndorf.
    Fotoquelle: BR / Lago Film GmbH / Reiner Bajo
Spielfilm, Tragikomödie
Lakonie im Lada
Von Jasmin Herzog

Infos
Audiodeskription
Originaltitel
Tschick
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
Kinostart
Do., 15. September 2016
ARD
Di., 24.07.
22:45 - 00:15


Fatih Akin verfilmte den außergewöhnlichen Jugendroman "Tschick" so, wie es dessen verstorbener Autor Wolfgang Herrndorf verdient und gewollt hat. Das Erste versteckt den Film nun allerdings auf einem undankbaren Sendeplatz.

Das Buch: ein Mega-Bestseller, von Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen gefeiert und an vielen deutschen Schulen schon Pflichtlektüre. Die Verfilmung: einer der deutschen Kinohits des Jahres 2016 mit mehr als 800.000 Zuschauern. Jetzt kommt "Tschick" ins Free-TV – allerdings auf einem ziemlich unwürdigen Sendeplatz: am Dienstagabend um kurz vor elf Uhr abends. Die jugendliche Zielgruppe dürfte, zumindest, wenn sie noch keine Sommerferien hat, da schon längst im Bett liegen und so einen großartigen Film verpassen. Falls sie ihn nicht schon längst bei Netflix und Co. gesehen hat.

Das eigene Leben in all seiner Großartig- und Fürchterlichkeit selbst in die Hand zu nehmen: Darum geht es in "Tschick, der Romanvorlage des 2013 verstorbenen Wolfgang Herrndorf. Die große Frage bei der Verfilmung lautete: Würde es gelingen, den Protagonisten Leinwand-Gesichter zu verleihen, die nicht aus dem Fundus des wahlweise moralischen oder klamaukigen deutschen Jugendfilms stammen? Kurze Antwort: Es gelingt Regisseur Fatih Akin ("Aus dem Nichts") beeindruckend. In Tristan Göbel und Anand Batbileg fand er zwei herausragende junge Hauptdarsteller.

Die Handlung hält sich klugerweise nah an der Vorlage. Maik Klingenberg, dem Göbel eine sympathische frühpubertäre Lustlosigkeit verleiht, ist trotz reicher Familie unglücklich: Die Mutter säuft, der Vater hat eine Affäre, Freunde besitzt der langhaarige 14-Jährige kaum. Doch eines Tages kommt Tschick. Andrej Tschichatschow, gespielt vom Newcomer Batbileg, ist neu in der Klasse, stammt aus Russland und trägt Plastiktüten und Jogginghosen. Zunächst hasst Maik den Neuling – bis beide als einzige nicht auf der Geburtstagsparty von Maiks Schwarm eingeladen werden. Außenseitertum vereint. Bald steht Tschick zum Beginn der Sommerferien mit geklautem Lada vor Maiks Haus. Die Reise kann beginnen.

In der Klapperkiste begeben sich die von elterlichen und schulischen Verhältnissen entnervten Teenager auf den schönsten, kuriosesten Roadtrip seit langer Zeit. Ziellos ist dieser keineswegs. In die Walachei soll es gehen, wo Tschicks Großvater wohnt. Natürlich kommen die beiden dort niemals an. Dafür treffen sie unterwegs unter anderem auf brandenburgische Öko-Hippies und ein verlottertes Mädchen namens Isa (Nicole Mercedes Müller), das auf einer Müllkippe haust und weiß, wie man per Schlauch Sprit aus LKWs klaut.

In Sprache und Ästhetik nähert sich "Tschick" sympathisch agendalos rebellierenden Jugendlichen, ohne sich mit sozialarbeiterhafter Moral oder gut meinenden Botschaften anzubiedern. Von kitschigem Coming-of-Age samt politischen Korrektheiten und verklärender Reise-Romantik zeigt sich Akins Werk meilenweit entfernt. Als Jugendfilm besitzt "Tschick" im besten Sinne keinen erzieherischen Wert – und gelingt deshalb: Humanistisch feiert der Film, was das Menschsein trotz aller gesellschaftlichen Widrigkeiten ausmacht. Wolfgang Herrndorf hätte es gefallen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Tschick" finden Sie hier.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Der Trailer zu "Tschick"

Das könnte Sie auch interessieren

arte Regisseurin Icíar Bollaín: Ihr Film feierte auf dem Miami Film Festival in den USA Premiere und lief auf dem Sydney Film Festival in Australien, auf dem Brussels Film Festival in Belgien sowie dem Filmfest München.

TV-Tipps El Olivo - Der Olivenbaum

Spielfilm | 26.09.2018 | 20:15 - 21:50 Uhr
1/501
Lesermeinung
ARD Sein letztes Rennen

TV-Tipps Sein letztes Rennen

Spielfilm | 03.10.2018 | 21:45 - 23:30 Uhr
Prisma-Redaktion
2.83/5018
Lesermeinung
arte Sonnenbaden! Ahmad (unter der Zeitung: Ahmad Thaher) und seine Zellengenossen El Mor (Maher Khammash, 3.v.r.) und der "Tote Mann" (Nadim Remawi, re.) genießen den Rest Freiheit im Gefängnis.

Gelobt sei der Profit!

Spielfilm | 03.10.2018 | 23:30 - 00:55 Uhr
1/501
Lesermeinung
News
Neben "Kruso" (Mittwoch, 26.09., 20.15 Uhr, ARD), der Verfilmung des gleichnamigen Romans, der 2014 den Deutschen Buchpreis erhielt, ist Albrecht Schuch noch in einer weiteren, bärenstarken Hauptrolle binnen 48 TV-Stunden zu sehen.

Für viele ist Albrecht Schuch noch ein Geheimtipp. Dabei gilt der hochbegabte Schauspieler längst al…  Mehr

Eddie Murphy tritt in die Fußstapfen von Walter Matthau und Jack Lemmon. In der Neuverfilmung von "Ein verrücktes Paar" wird der Schauspieler eine der Hauptrollen übernehmen.

Jack Lemmon und Walter Matthau gingen sich in "Ein verrücktes Paar" an die Gurgel. In der Neuauflage…  Mehr

NDR-Journalistin Anja Reschke erhielt in diesem Jahr bereits den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Nun wird sie mit einem weiteren hochkarätigen Journalistenpreis ausgezeichnet.

Anja Reschke ist aus TV-Sendungen wie "Panorama" und "Zapp" bekannt. Sie stehe "mit ihrer publizisti…  Mehr

Sie sind "Earth's Mightiest Heroes": Marvels "Avengers".

Im Getöse von "Avengers: Age of Ultron", den VOX nun wiederholt, geht vieles unter, was die bisherig…  Mehr

Die Ngogo-Schimpansen tief im Dschungel Ugandas sehen recht harmlos aus. Forscher beschreiben sie jedoch als äußerst aggressiv. Ihr Clan ist dreimal so groß wie herkömmliche Schimpansen-Gruppen.

Mehr als 20 Jahre lang begleiteten Wissenschaftler einen Schimpansen-Clan in Uganda. Die ARTE-Doku "…  Mehr