Die Bregenzer Festspiele kehren nach dem Narrenkopf im See in "Rigoletto" zu Giuseppe Verdi zurück. Ein gigantischer, aus dem Bodensee ragender zerbrochener Spiegel symbolisiert in "La Traviata" die Zerrissenheit der Lebedame Violetta.
Nach dem viel gelobten Zwischenspiel mit der deutschen romantischer Oper "Der Freischütz" wenden sich die Bregenzer Festspiele wieder der italienischen Oper zu: Auf den eindrucksvollen Narrenkopf des Hofnarren Rigoletto auf der Bregenzer Seebühne folgt nun ein gigantischer Scherbenspiegel, der aus dem Bodensee ragt. Er soll die Zerrissenheit der "Kameliendame" Violetta Valéry – hier aus dem Pariser 19. Jahrhundert in die Glamourwelt der Zwanzigerjahre verlegt – symbolisieren.
Der Regisseur Damiano Michieletto verlegt das Melodram nach dem Roman von Alexandre Dumas um die hingebungsvoll liebende Violetta in die Zeit der Roaring Twenties. Doch auch hier vermag der wohlhabende Alfredo Germont nach den moralisierenden Eingriffen seines Vaters, dem die Anerkennung des gehobenen Bürgertums über alles geht, Violetta nicht zu retten. Das pekuniäre Glück besiegt die Liebe.
Wenige Tage nach dem Start der Bregenzer Festspiele können die Zuschauerinnen und Zuschauer im ZDF Verdis Erfolgsoper mit dem beliebten Trinklied und ihren eingängigen Arien live miterleben. Der Regisseur Damiano Michieletto ("Vivaldi und ich") konnte sich inzwischen als einer der meistgeschätzten Regisseure auf den Opern- und Theaterbühnen Europas profilieren. Die Wiener Symphoniker, ein hochkarätiges Solistenensemble und der Chor der Prager Philharmonie werden vom vielfach preisgekürten ukrainischen Dirigenten Kirill Karabits dirigiert.
Von der Seebühne Bregenz: "La Traviata" – So. 26.07. – ZDF: 22.15 Uhr