Wir Deutschen und die großen Crashs
Info, Gesellschaft + Soziales • 27.10.2020 • 20:15 - 21:00
Lesermeinung
Die "Hyperinflation" führte 1923 dazu, dass das sauer verdiente Geld der Deutschen plötzlich nichts mehr wert war.
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Massenarbeitslosigkeit ist kein neues Phänomen: Schon während der Weltwirtschaftskrise 1929 waren in Deutschland über sechs Millionen Menschen auf Jobsuche.
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Originaltitel
Wir Deutschen und die großen Crashs
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
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Ein Vorbild für die Corona-Krise? Was sich aus vergangenen Wirtschaftskrisen lernen lässt

Von Elisa Eberle

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Corona-Krise blickt "ZDFzeit" auf die fünf größten Crashs in der Geschichte der deutschen Wirtschaft zurück: Was hat die Krisen ausgelöst? Und was können sich Politik wie auch Bürger von den damaligen Lösungsstrategien abschauen?

Die Weltwirtschaft taumelt: Seit Beginn der globalen Corona-Pandemie im März bestimmen Konjunktureinbrüche und Insolvenzen mit über das Schicksal von Ländern auf allen Kontinenten dieser Erde. Auch in Deutschland befanden sich zeitweilig sieben Millionen Erwerbstätige in Kurzarbeit, wurden Branchen mit Überbrückungshilfen versorgt. Jüngste Entwicklungen versprechen zwar Besserungen – die Arbeitslosenquote ging immerhin etwas zurück – doch allgemeine Erleichterung herrscht noch nicht. Zu groß werden die neu aufgenommenen Schulden, zu ungewiss ist die Entwicklung in den kommenden Wintermonaten. Wie sollen Bürger und Regierung auf die wohl größte Wirtschaftskrise aller Zeiten reagieren? Welche Lehren können sie aus vergangenen Miseren, wie dem Börsencrash 1929 oder der Ölkrise der 1970-er ziehen? Die Autoren Stefan Brauburger, Peter Hartl, Johanna Kaack, Ursula Nellessen und Steffi Schöbel gingen diesen Fragen nach. Ihre Ergebnisse werden in der "ZDFzeit"-Doku "Wir Deutschen und die großen Crashs" präsentiert.

Fünf große Crashs werden in dem 45-minütigen Film behandelt, von namhaften Wirtschaftsexperten analysiert und mit den Herausforderungen der Corona-Krise in Beziehung gesetzt. Der älteste liegt mehr als 170 Jahre zurück. Auch damals war es eine Naturgewalt, eine Missernte, die zu einer großen Hungersnot, gefolgt von der 1848-Revolution und einer Massenauswanderung in die USA führte. Erst durch die Industrialisierung konnte das Elend gemildert und die wachsende Bevölkerung ernährt werden, wie Andreas Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, erklärt.

Was lässt sich aus der Vergangenheit lernen?

Knapp 80 Jahre später sorgten die Kosten des Ersten Weltkrieges für eine Hyperinflation, gefolgt von dem legendären Börsencrash an der Wall Street, an den sich manch einer angesichts der derzeit vergebenen Hilfspakete erinnert fühlt. Besonders hierzulande waren die Folgen aus dem Crash gravierend, führten sie doch zum Erstarken extremistischer Parteien und zum Ende der Weimarer Republik.

"Teures Öl bedeutet weniger Wachstum, dauerhaft teures Öl kann eine Krise auslösen." So beschreibt die ZDF-Wirtschafts- und Finanzexpertin Valerie Haller den Ölschock 1973, der das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit jäh beendete. Zwar hätten Konjunkturspritzen die Wirtschaft kurzfristig angekurbelt, aber am Ende seien Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit ein Dauerthema geblieben, heißt es. Die letzte große Finanzkrise liegt derweil gar nicht allzu lange zurück: Erst 2008 ging Lehman Brothers pleite, was zu einer Bankenrettung sondergleichen führte sowie zu Opfern, die ihre Häuser, ihren Job oder ihre Altersvorsorge verloren.

Naturereignisse, Kriege, Gier: Die Auslöser der vergangenen Crashs waren vielfältig. Doch viel wichtiger ist die Frage nach den Lösungen: Welche Maßnahmen haben geholfen? Und wird der Staat mit diesem Wissen auch die aktuelle Krise meistern, ohne dass die gigantischen Summen zu viele der nachfolgenden Generationen belasten? Diese Fragen will der Film beantworten.

Wir Deutschen und die großen Crashs – Di. 27.10. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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