München in den 1920er Jahren: Die Warenhaus-Verkäuferin Liesl Karlstadt ist noch keine 20 Jahre alt, als sie dem Komiker Karl Valentin begegnet. Sie verliebt sich in den verschrobenen Querdenker, der ihre Liebe erwidert, aber dennoch eine andere heiratet. Auf der Bühne allerdings gehört er ganz der Liesl, und gemeinsam ernten sie ungeheuren Applaus ...

Meisterregisseur Jo Baier zeigte schon mit Filmen wie "Der Laden", "Verlorenes Land" oder "Stauffenberg" - um nur einige wenige zu nennen -, dass er ein ausgewiesener Spezialist für die Verfilmung historisch belegter Stoffe ist. Dieses Mal nahm er sich das Leben des legendären bayerischen Komikers Karl Valentin (1882-1948) und dessen schwierige Beziehung zu seiner langjährigen Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt vor. Nach dem Drehbuch von Ruth Toma ("Solino", "Emmas Glück") mit der er 1996 bereits die Komödie "Der schönste Tag im Leben" verwirklichte, lässt er hier jene Zeit eindrucksvoll wieder aufleben und zeigt die schwierige Beziehung des populären Paares. Das ist von Hannah Herzsprung und Johannes Herrschmann ("Tatort - Der Finger", "Grenzverkehr") toll gespielt, doch eines wird nicht klar: Was soll der seltsame Wechsel der Hauptdarstellerin? Hätte man die toll aufspielende Herzsprung nicht mit einer Maske altern lassen können? Zwar ist Bettina Redlich ("Wambo", "Der Untergang") als über 40-jährige Liesl keineswegs fehlbesetzt, sie macht ihre Sache sogar sehr gut. Trotzdem ist der Darstellerwechsel eher ein störender, weil unnötiger Bruch.

Foto: BR/Walter Wehner