Judi Dench

Vielfach ausgezeichnete Charakterdarstellerin: Judi Dench. Vergrößern
Vielfach ausgezeichnete Charakterdarstellerin: Judi Dench.
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com
Judi Olivia Dench
Geboren: 09.12.1934 in York, Großbritannien

Sie ist einer der renommiertesten Bühnen-Schauspielerinnen Großbritanniens und seit Mitte der Achtzigerjahre auch im internationalen Filmgeschäft ein Star: Judie Dench. Zunächst besuchte sie die Mount School in ihrer Heimatstadt York, bevor sie an der Central School of Speech and Drama in London studierte. Bereits in der Junior School hatte sie in einer kleinen Nebenrolle ihr Bühnendebüt gegeben. Später spielte sie nicht nur mit der Royal Shakespeare Company ("Cleopatra"), sondern auch am National Theatre und am Old Vic. Ihr professionelles Bühnendebüt gab sie 1957 als Ophelia in der "Hamlet"-Produktion des Old Vic Liverpool.

Ihr Filmdebüt fällt ins Jahr 1964: In Charles Crichton "The Third Secret" mit Richard Attenborough und Stephen Boyd ist Judi Dench in ihrer ersten kleinen Filmrolle zu sehen. Danach brachte sie mehrmals ihre Theatererfahrung in Verfilmungen bekannter Bühnenstücke ein, so etwa in "Ein Mitsommernachtstraum" (1968) mit Ian Holm und Helen Mirren, sowie in Trevor Nunns "Macbeth" (1978), in dem sie als Lady Macbeth neben Ian McKellen vor der Kamera stand. Zuvor hatte sie in der Filmbiograpgie "Luther" (1974) von Guy Green zusammen mit Stacy Keach und John Gielgud gespielt.

Bereits fünf Mal gewann Judi Dench den British Academy Award, unter anderem als beste Schauspielerin in einer Comedy-Serie ("A Fine Romance", 1982), in der sie neben ihrem Ehemann Michael Williams vor der Kamera stand. Die erste Auszeichnung gewann sie bereits 1965 für ihre Rolle in "Tod am Morgen". 1996 schrieb sie Theatergeschichte, als sie als erste Bühnenschauspielerin gleich zwei Olivier Awards für zwei verschiedene Theaterrollen gewann. Judi Dench blieb auch während ihrer Ausflüge ins Film-Biz der Bühne immer treu. Doch erst Mitte der Achtzigerjahre wurde der Name Judi Dench auch im internationalen Filmgeschäft zu einem Gütesiegel. So stand sie in David Hares Drama "Wetherby" zusammen mit Vanessa Redgrave, Joely Richardson, Ian Holm und Tim McInnery vor der Kamera.

1986 spielte sie in James Ivorys "Zimmer mit Aussicht", wofür sie ebenfalls mit einem British Academy Award ausgezeichnet wurde. Ihre Filmpartner waren Helena Bonham Carter, Denholm Elliott, Julian Sands und Daniel Day-Lewis. 1988 folgte ein weiterer British Academy Award für ihre Nebenrolle in "Eine Handvoll Staub", wo sie neben James Wilby, Kristin Scott Thomas, Rupert Graves, Anjelica Huston und Alec Guinness zu sehen war.

Ein Jahr später glänzte Judi Dench als Mistress Quickly in Kenneth Branaghs Shakespeare-Adaption "Heinrich V.", und im gleichen Jahr gab sie mit der TV-Adaption des John-Osborne-Stückes "Blick zurück im Zorn" auch ihr Regiedebüt. Kenneth Branagh besetzte sie 1996 erneut als Hecubea in seiner Shakespeare-Adaption "Hamlet". Ein Jahr zuvor war Judi Dench allerdings auch erstmals in einem James-Bond-Action-Abenteuer zu sehen: In "James Bond 007 - Goldeneye" war sie als M die Chefin von Pierce Brosnan. Und auch in den Nachfolgern "James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie" (1997), "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug" (1999), "James Bond - Stirb an einem anderen Tag" (2002), "James Bond 007 - Casino Royale" (2006) und "James Bond 007 - Ein Quantum Trost" (2008) war sie dabei, wobei Judi Dench der eher strengen Rolle eine beträchtliche Eleganz verlieh.

1998 erhielt sie eine Oscar-Nominierung als beste Darstellerin für ihr Rolle als depressive Queen Victoria in John Maddens "Ihre Majestät Mrs. Brown". Für diese Rolle wurde sie schließlich mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Einen Oscar erhielt sie dann ein Jahr später für ihre achtminütige Gastrolle als Elizabeth I. an der Seite von Gwyneth Paltrow, Joseph Finnes und Colin Firth in John Maddens Oscar-Abräumer "Shakespeare in Love".

1999 sah man Judi Dench in Franco Zeffirellis "Tee mit Mussolini". Weitere Rollen spielten Cher, Joan Plowright, Maggie Smith und Lily Tomlin. 2000 spielte sie in Lasse Hallströms Komödie "Chocolat" eine totkranke, grantelige alte Dame. Für diese Rolle wurde sie 2001 für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. 2001 folgte dann wieder unter der Regie von Lasse Hallström die Tragikomödie "Schiffsmeldungen" sowie das Alzheimer-Drama "Iris", für das sie erneut für einen Oscar nominiert wurde. Ebenfalls eine Oscar-Nominierung als beste Haupdarstellerin erhielt sie 2014 für ihre fantastisches Spiel in dem Drama "Philomena".

Weitere Filme mit Judi Dench: "Sherlock Holmes größter Fall", "He Who Rides a Tiger", "Four in the Morning" (alle 1965), "Talking to a Stranger" (TV-Serie), "Days to Come" (beide 1966), "Eine todsichere Sache" (1974), "Langrishe Go Down", "The Comedy Of Errors" (beide 1978), "On Giant's Shoulders" (1979), "Love in a Cold Climate" (TV-Mehrteiler, 1980), "Saigon: Year of the Cat" (1983), "Playing Shakespeare" (TV-Mehrteiler, 1984), "Mr. and Mrs. Edgehill", "The Angelic Conversation" (Erzählerin), "The Browning Version" (alle 1985), "Ghosts", "Zwischen den Zeilen" (beide 1986), "Behaving Badly" (1988), "Can You Hear Me Thinking?" (1990), "Absolute Hell" (1991), "As Time Goes By", "The "Torch" (TV-Serien, beide 1992), "Jack und Sarah" (1995), "Hey Mr. Producer" (1998), "Kindertransport - In eine fremde Welt" (Stimme im Original) "Die legendären blonden Bombshells" (beide 2000), "Angelina Ballerina" (Stimme, TV-Serie), "Thérèse Raquin" (beide 2001, die Oscar-Wilde-Verfilmung "Ernst sein ist alles" (2002), "Riddick - Chroniken eines Kriegers" , "Die Kühe sind los" (Sprecherin), "Der Duft von Lavendel" (alle 2004), "Stolz und Vorurteil", "Lady Henderson präsentiert" (beide 2005), "Tagebuch eines Skandals" (2006), "Nine" (2009), "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten", "J. Edgar", "Best Exotic Marigold Hotel", "My Week with Marilyn" (alle 2011).


Zur Filmografie von Judi Olivia Dench
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