Vincent Price

Vincent Price liebte die große Pose Vergrößern
Vincent Price liebte die große Pose
Vincent Price
Geboren: 27.05.1911 in St. Louis, Missouri, USA
Gestorben: 25.10.1993 in Los Angeles, Kalifornien, USA

"Kein Bösewicht ist so Furcht erregend, wie der, der die Kunst liebt", ist einer seiner Lieblingssätze. Der Mann mit dem magischen Blick, den sanft stechenden Augen mit einem leichten Anflug von Trauer, ist aus dem angloamerikanischen Horrorfilm nicht wegzudenken, und kaum einer seiner Protagonisten überlebt am Ende. Vincent Price eine der magischen Figuren des Horrorfilms. Horrorfilm, das heißt hier auch Phantasie, schwarzes Märchen, Poesie. Er wird zum Meister des Genres in Roger Cormans Edgar-Allen-Poe-Filmen. Da ist er nicht einfach der intellektuelle Böse, sondern meist auch der Mann, der im Banne einer schönen Frau steht und durch sie zum Täter und gleichermaßen zum Opfer wird.

Der letzte Nachkomme einer altenglischen Adelsfamilie in "Die Verfluchten" (1960), von dürfe das Geschlecht keinesfalls durch Heirat weiterführen. Er, der Wahnsinnige, lässt sie deshalb bei lebendigem Leibe einsargen. Doch ein alles vernichtendes Verhängnis geht noch furchtbarere Wege. Corman versteht es wie kein anderer, dem Poeschen Gruselkabinett auch im Kino ästhetische Reize abzugewinnen. Er weiß, dass man dem Gruselstoff nur vordergründig beikommen kann und schafft phantasievoll phantastische Trivialfilme.

Dazu gehört auch "Das Pendel des Todes" (1961). Die Geschichte von der bildschönen Frau, die als Leiche auftaucht, sodann zur rächenden Sirene wird und am Ende wieder als lebender Leichnam ihr Unwesen treibt, ist in Roger Cormans brillant instrumentierter Kinoversion eine aufregende Gestalt - übrigens von der faszinierenden Barbara Steele verkörpert, den alten Schlossherren mit nachdenklichem Gesicht mimt ein magischer Vincent Price. Zwar bedient sich Corman der alten Mittel, zeigt Gespensterschloss, Folterkammer, Geheimgänge mit Kerzenlicht und Spinnengewebe, doch dann wird der Zuschauer in eine Krimihandlung verwoben, in die Irre geleitet und - fasziniert. Floyd Crosbys Kamera ist hervorragend, die Farbeffekte sind in der Geschichte des Kinos unvergleichlich und wer genau aufpasst, kann erkennen, dass Cormans Film zum Teil in den Kulissen von Kubricks Monumentalfilm "Spartacus" gedreht ist - eine seinerzeit sehr übliche Arbeitsweise, um die Kosten niedrig zu halten.

Im selben Jahr wie "Das Pendel des Todes" dreht Corman auch den Episodenfilm "Der grauenvolle Mr. X". Diesmal spielen Peter Lorre und Basil Rathbone an der Seite von Price. Die locker lustig gruseligen Geschichten stehen und fallen mit Cormans lakonisch trockenem Inszenierungsstil. In "Morella" übt der Geist der frühverstorbenen Gattin Rache an Ehemann Price und Tochter Maggie Pierce. In "Rache der Katze" spielt Price einen Ehebrecher, der mit der Angebeteten und einer Katze vom Ehemann der Frau, Peter Lorre, eingemauert wird; "Der Fall des Herrn Valdemar" bringt Price in hypnotischen Zwang, doch er kann dem betrügerischen Widersacher Basil Rathbone das Handwerk legen

1963 folgt "Der Rabe - Duell der Zauberer" mit Boris Karloff, Peter Lorre und Jack Nicholson. Auf Schloss Cravenstein lebt der einst so mächtige Zauberer Dr. Erasmus Craven alias Price, ein zurückgezogenes Leben. Liebevoll behütet er sein liebliches Töchterlein Estelle; wehmütig erinnert er sich an seine frühverstorbene Gattin Lenore, fast ängstlich verbirgt er sich vor den Großen seiner Zunft, die er einst so meisterhaft beherrschte. Eines Tages taucht bei ihm der schwarze Rabe auf und spricht zu ihm. Hinter ihm verbirgt sich der zwielichtige Zauberer Dr. Bedlo alias Peter Lorre, längst nur noch ein trauriges Relikt aus alten Tagen, ein Zauberer, dessen magische Kräfte versagen. Bedlo ist dem schrecklichen Magier Dr. Scarabus alias Boris Karloff mit plumpem Ungeschick zum Wettstreit entgegengetreten. Craven befreit Bedlo aus seiner unglücklichen Lage und zieht mit ihm, begleitet von Estelle und dem schmucken Bedlo-Sohn Rexford alias Jack Nicholson zum Schloss des geheimnisvollen und mächtigen Scarabus. Mit "Der Rabe" erboste Corman viele Poe-Anhänger, die in der unbekümmert albernen Farce ihren Meister nicht mehr wiedererkennen wollten.

"Satanas - Das Schloss der blutigen Bestie" nach Poes' "Die Maske des roten Todes" (1964) ist wieder wesentlich schauriger im Ton. Zu den Highlights des Films zählt vor allem Nicholas Roegs brillante Farbfotografie. Mit "Das Grab der Lygeia", ebenfalls 1964 gedreht, fand der Poe-Zyklus einen gelungenen Abschluss.

In seinen Anfängen allerdings sieht man Vincent Price häufig als den Briten im historischen Ausstattungsfilm, etwa als Sir Walter Raleigh in "Günstling einer Königin" (1939) mit Bette Davis als Königin Elizabeth und Errol Flynn als ihren Geliebten. Ein Kabinettstück ist sein ekelhafter Kardinal Richelieu in George Sidneys "Die drei Musketiere" (1948) mit Gene Kelly, Lana Turner und Van Heflin. Dies ist eine der schönsten und vergnüglichsten Abenteuergeschichten aus dem alten Hollywood. Er spielt aber auch den unsichtbaren Detektiv in Joe Mays "Der Unsichtbare kehrt zurück" (1940), sowie den Gigolo in Otto Premingers Thriller "Laura" (1944) oder den mörderischen Psychiater in Alan Werkers "Shock" (1946).

Einer seiner ersten großen Erfolge ist der kranke Bildhauer in "Das Kabinett des Professor Bondi" (1953) von André de Toth: Als der Künstler beim Brand seines Wachsfigurenkabinetts sehr schwer verletzt wird, beginnt er einen makabren Rachefeldzug an der Menschheit. Bereits 1933 hatte Michael Curtiz aus der Vorlage den spannenden Horrorthriller "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" gedreht, zwanzig Jahre später nutzt André de Toth das neuentwickelte 3-D-Verfahren für eine effektvolle Neufassung mit Vincent Price in der Rolle des schrecklichen Professors.

In "Schrei, wenn der Tingler kommt" (1959) von William Castle geht es um die Geschichte vom Tingler, jenem allerliebsten Parasiten, der sich am liebsten im Rückgrat des Menschen einnistet. Das gehört zu den originellsten aber auch blutigsten Filmen des amerikanischen Horrormeisters, der Kanadier David Cronenberg nennt ihn einen seiner Vorbilder. Eine taubstumme Kinobesitzerin (natürlich werden hier Stummfilme gezeigt) wird Opfer, weil sie nicht über die einzige Gegenwehr verfügt: den Tingler kann man mit schrillem Schrei lahmlegen. Am Ende aber besiegt ihn der Wissenschaftler (brillant: Vincent Price), dem er einst entwichen ist.

Wenig mit der Phantasie von Cormans parallel entstandenen Poe-Filmen hat "Das Haus der langen Schatten" (1962) von Pete Walker zu tun, obwohl neben Vincent Price Christopher Lee, Peter Cushing, John Carradine und der junge Richard Todd auftreten. 20000 Dollar bekommt der junge Schriftsteller Sam, wenn er innerhalb von 24 Stunden in der ungestärten Atmosphäre von Baldpate Manor einen Gruselroman schreibt. Doch das an sich ruhige Haus füllt sich mit seltsamen Gästen. Die Vorlage für diesen spannenden, aber weniger magischen Horrorfilm stammt von Charlie-Chan-Autor Earl Derr Biggers.

"Komödie des Grauens" (1963) von Jacques Tourneur mit Peter Lorre zeigt wieder die Hand eines Meisters des Ganre. Jacques Tourneurs Horrorfilme unterscheiden sich stark von Roger Cormans Werk und ähneln eher denen von Robert Wise. Corman arbeitet mit großen Gesten und weitausholendem Pathos, Tourneur und Wise sind abrupter, schriller, auch nüchterner. Ein Beerdigungsunternehmer leidet an mangelnden Kunden und hilft ein bisschen nach, auch meint er, man muss nicht jedesmal einen neuen Sarg kaufen - bei den Preisen! Also hilft er sich selbst und hofft auf guten Erfolg.

"Das Gift des Bösen", ebenfalls von 1963 hat Sidney Salkow gedreht. Drei locker zusammengefügte Horrorepisoden nach Short Stories von Nathaniel Hawthrone, dem Autor von "Der scharlachrote Buchstabe", die weder vom dramaturgischen Bogen noch von der filmischen Gestaltung die Phantasie und Dichte des Corman/Poe-Zyklus haben. Doch Vincent Prices Magie sorgt für unterhaltsam spannenden Thrill.

"Theater des Grauens", 1972 von Douglas Hickox inszeniert, zeigt Vincent Price als Partner von Diana Rigg, Harry Andrews und Robert Morley, eine britische Horror-Satire in der Tradition der Hammer-Filme. Ehrgeiziger, besessener Shakespeare-Darsteller Price rächt sich auf grausame Weise an missgünstigen Kritikern, die ihm die Anerkennung schuldig blieben. Original Shakespeare-Bühnenmorde sind ihm Vorbilder bei seiner Rache. Glänzendes Spiel und hübsche Drehbuch-Einfälle garantieren makabren Spaß.

Price, der sein Bühnendebüt mit "Chicago" in London gibt, war an der Country Day School in St. Louis, absolviert 1933 die Yale University in New Heaven, Connecticut und geht 1934 nach London, um dort an der Universität Kunst zu studieren. Er schließt sich dort einer Theatergruppe an, wo er in der Rolle eines amerikanischen Polizisten großen Erfolg hat. Als Gilbert Miller ihm 1935 am Broadway die Hauptrolle in dem Stück "Victoria Regina" anbietet, kehrt er in die USA zurück. Von da ab pendelt er zwischen Bühnen in London und New York. 1938 steht er an Orson Welles' Mercury Theatre in "Shoemaker's Holiday" auf der Bühne und gibt im selben Jahr seinen Einstand auf der Leinwand: Neben Constance Bennett, Charles Ruggles und Mischa Auer sieht man ihn in "Service de Luxe", einem Agentenfilm von Rowland V. Lee.

Doch Price blieb nie ausschließlich aufs Genre-Kino fixiert. Zu seinen bekannten Filmen zählen Henry Kings "Das Lied von Bernadette" (1943) und "Todsünde" (1945) von John M. Stahl. Als Großgrundbesitzer Nicholas Van Ryn muss er in "Weißer Oleander" (1946) von Joseph L. Mankiewicz erkennen, dass in der Neuen Welt für den alten europäischen Adel kein Platz mehr ist. Er gehört zum Team von "Geheimaktion Carlotta" (1949) von Robert Z. Leonard mit Charles Laughton, "Ein Satansweib" (1951) von John Farrow mit Jane Russell, "Serenade" (1956) von Anthony Mann mit Mario Lanza und "Die Bestie" (1956) von Fritz Lang.

Price ist der ägyptische Architekt und Sklavenhalter Baka, der in "Die Zehn Gebote" (1956, von Cecil B. De Mille) von Charlton Heston erdrosselt wird, und außerdem spielt er die Titelrolle im zweiten und letzten Film des talentierten, frühverstorbenen Regisseurs Michael Reeves "Der Hexenjäger" (1968).

Weitere Filme mit Vincent Price: "Treck nach Utah" (1940), "Die lange Nacht", "Im Netz" (beide 1947), "Der Schürzenjäger von Venedig", "Der wahnsinnige Zauberkünstler", "Menschenjagd" (alle 1954), "Die Fliege" (1958), "Die Welt der Sensationen" (1959), "Robur, der Herr der sieben Kontinente" (1960), "Der schwarze Seeteufel", "Nofretete - Königin vom Nil" (beide 1961), "Der Massenmörder von London", "Tagebuch eines Mörders" (beide 1962), "Die Folterkammer des Hexenjägers", "Ruhe Sanft GmbH" (beide 1963), "Stadt im Meer" (1965), "Das Haus der tausend Freuden" (1967), "Killer Cain" (1968), "Der Todesschrei der Hexen", "Immer Ärger mit den Mädchen", "Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse" (alle 1969), "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" (1971), "Die Rückkehr des Dr. Phibes" (1972), "Columbo - Ein Hauch von Mord" (1973), "Das Schreckenshaus des Dr. Death", "Percy - Der Potenzprotz" (beide 1974), "Basil, der große Mäusedetektiv" (Stimme im Original, 1986), "Wale im August" (1987), "Edward mit den Scherenhänden" (1990) und "Heart of Justice - Tag der Rache" (1992).

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