04.09.2020 Fitness-Serie (5)

Digital fit gemacht

Von Marcus Italiani
Manuel Gajus ist davon überzeugt, dass man auch in schwierigen Zeiten überall trainieren kann.
Manuel Gajus ist davon überzeugt, dass man auch in schwierigen Zeiten überall trainieren kann. Fotoquelle: privat

Covid 19 hat vieles verändert. Unsere sozialen Gewohnheiten, unser Arbeitsleben, unser Freizeitverhalten. Nicht wenige Zeitgenossen haben die Einsamkeit des angstreckenläufers für sich entdeckt. Andere wiederum gehen kaum noch vor die Tür, lassen sich Essen liefern und gehen statt 5000 nur noch 200 Schritte am Tag.

Eine Folge sind die mittlerweile berüchtigten "Corona-Pfunde", eine andere ein generelles Unwohlsein. Man ist nicht nur zu Hause, sondern auch irgendwie in seinem Körper eingesperrt. "All das darf nicht sein", findet Manuel Gajus, Fitnesstrainer und Personal Coach aus Düsseldorf. Während der Corona-Zeit ist ein Großteil seiner Kundschaft auf eine digitale Variante des regelmäßigen Sportprogramms umgestiegen: das Online-Training.

Manuel Gajus weiß: Der schlimmste Feind der eigenen Gesundheit ist der innere Schweinehund: "Es braucht ja nur wenig, um sich vor dem regelmäßigen Sport zu drücken. Vor allem, wenn ich mein Nichtstun immer mit der Angst vor Corona entschuldigen kann." Die Gefahr, die das Virus verbreitet, will der Sportler keinesfalls kleinreden. "Aber Bewegungsmangel schafft ja durchaus weitere gesundheitliche Risiken, die ebenfalls nicht von der Hand zu weisen sind", sagt er. Deshalb holt er viele seiner Klienten mittlerweile per Online-Training ab. Funktionales Training für Einsteiger, effektive Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Widerstandsbändern, Gymnastikbällen, Yoga oder Pilates – all das sei problemlos auch online möglich. Gajus: "Die Kommunikation bleibt gleich. Ich kann immer noch die Bewegungsausführungen kontrollieren", stellt er fest. "Die Betreuung ist so nach wie vor gegeben. Man macht Dinge vor und schaut sich ganz genau an, ob die Übungen korrekt ausgeführt werden." Offene Fragen sollten laut Manuel Gajus direkt zu Beginn einer Einheit geklärt werden. "Am besten spricht nur einer. Übungen müssen klar und deutlich vorgemacht werden, mit Angabe der betroffenen Muskulatur. Es sollte zudem keine Ablenkungen im Hintergrund geben", sagt er.

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Unser Experte zeigt Ihnen in einer neuen Video-Serie ein paar Übungen, die Sie ganz problemlos zu Hause nachmachen können. Teil 1: der Rumpf.

 

Teil 2: Partnerübungen

Die Zielgruppe für diese Art des Trainings, die im Wohnzimmer, auf dem Balkon oder im Garten durchgeführt werden kann, reicht von jung bis alt. Gajus: "Den meisten Menschen geht es darum, die Mobilisation zu verbessern, Gewicht zu reduzieren und die Fitness zu steigern." Der typische Bodybuilder melde sich natürlich nicht. Aber dafür Leute, denen ihre Gesundheit wichtig ist, die aber vielleicht alleine nicht die Motivation aufbringen, sich zu betätigen. Hier ziehe ganz klar der Trick: "Wenn du eine Verabredung hast, dann gehst du auch hin", ist der Sportler überzeugt. 45 bis 60 Minuten inklusive Warm-up und Cool-down sollte eine Einheit dauern.

Der Fitnesstrainer rät, zwei- bis dreimal pro Woche online zu trainieren und vorher ein Ziel zu definieren. "Es können zwölf Wochen sein oder auch längere Perioden. Das hängt davon ab, wie meine Ziele aussehen. Möchte ich kurzfristig in den Beinen fitter werden und nach einigen Wochen selbstständig weitermachen oder möchte ich langfristig ganzheitlich Körperfett reduzieren? Hat man diese Ziele definiert, wird ein seriöser Trainer helfen", sagt der Experte. Und zwar nicht nur mit sportlichen Übungen. Gajus: "Eine Ernährungsberatung gehört ebenfalls dazu. Und die Hilfe zur Selbstmotivation. Einigen reicht schon, die Sportschuhe neben das Sofa zu stellen, andere wiederum müssen immer die Jeans vor Augen haben, in die sie wieder hineinpassen wollen. Einen gewissen Willen aber muss jeder mitbringen, der online trainieren will. Beim Rest wird ein guter Trainer auf jeden Fall helfen."

Serie: Fit und vital – mit prisma gesund durch das Jahr

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