Als am 11. November 1918 auf einer Lichtung des Waldes von Compiègne in Nordfrankreich deutsche Offiziere und Staatsbedienstete unter den Augen von Marschall Foch in einem ehemaligen Speisewagen ein Waffenstillstandsabkommen mit Frankreich und dessen Verbündeten unterzeichneten, war der Erste Weltkrieg zu Ende. Das vierjährige Schlachten, das am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien begonnen hatte, kostete etwa 17 Millionen Menschen weltweit das Leben. Die alte Welt lag in Scherben. Doch was kam danach?

Der Kulturkanal ARTE widmet dem Ende des Ersten Weltkriegs einen umfangreichen Themenabend mit mehreren Dokumentationen. Am Anfang steht der Film "1918 Aufstand der Matrosen", um 20.15 Uhr (NDR, Erstausstrahlung), über den legendären Aufstand, bei dem sich Matrosen weigerten, in einen sinnlosen Opfertod zu gehen – der Beginn einer neuen Demokratie.

Die Dokumentation "Verdun – die große Schlacht" (21.45 Uhr, ZDF-Wiederholung) erinnert an die 300 Tage dauernde Zermürbungsschlacht von Verdun, in der 700.000 Menschen getötet oder verwundet wurden.

Immer wieder wurden Soldaten beider Seiten in die endlose Schlacht getrieben, als unbegrenzter Rohstoff für die Maschine Krieg. Der Film von Oliver Halmburger und Stefan Brauburger gibt unbekannten Soldaten ein Gesicht und erinnert an Menschen, die Befehle von Generälen ausführen mussten, die das Grauen nur aus der Ferne kannten. Briefe und Tagebücher veranschaulichen das Erleben auf beiden Seiten der Front.

Der ZDF-Film "Der rote Baron – Manfred von Richthofen" von Peter Moers (2015, 23.15 Uhr) zeigt den Mythos des Kampffliegers von Richthofen in einem neuen Licht. Die Ritterlichkeit des Kriegshelden, der in 80 Duellen siegte, wird von Militärs bis heute gerühmt. Doch Richthofen war besessen von der Menschenjagd, ihm dürstete nach den todbringenden Abschüssen.

Am 11. November sendet ARTE dann verschiedene Konzerte zum Ende des Krieges. So wird aus der Kathedrale von Verdun ein "Friedenskonzert" mit den Requien von Mozart und Camille Saint-Saëns übertragen. Aus Berlin kommt Karl Jenkins' "A Mass for Peace" mit 2.000 Sängern. Tags zuvor, am 10. November, wird aus der Pariser Philharmonie "Shell Shock, A Requiem of War" mit einem Libretto des australischen Rockmusikers Nick Cave und einer Choreografie von Sidi Larbi Cherkaoui übertragen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst