Unternehmer wie der Leipziger Versteigerer Hans Klemm, der die Hinterlassenschaften von deportierten Juden verkaufte, machten in Zeiten des Nazi-Terrorregimes im Stillen gute Geschäfte.

Das Verbrechen, während der Nazi-Herrschaft Juden aus deutschen Städten zu deportieren und später in den Vernichtungslagern zu töten, ist in seiner Monstrosität beispiellos. Schockierend wirkt auch heute noch die geschäftsmäßige Routine, mit der der Massenmord mit buchhalterischer Präzision abgewickelt wurde.

Die neue ARD-Dokumentation "Geschichte im Ersten: Die Versteigerer" hat die erst mit großer zeitlicher Verspätung nun im Nachlass aufgetauchten Verkaufslisten von Hans Klemm zum Anlass für eine Spurensuche genommen: Der Versteigerer aus Leipzig dokumentierte penibel die Hinterlassenschaft der unfreiwillig zwischen 1933 und 1944 ausgereisten oder deportierten jüdischen Mitbürger. Die Erlöse der Zwangsverkäufe flossen in die Reichskasse, doch auch Klemm und viele weitere skrupellose Kollegen in anderen deutschen Städten machten gute Geschäfte mit dem Grauen.

Die Filmemacher haben laut ARD "unveröffentlichtes Filmmaterial gefunden und mit Zeitzeugen gesprochen, die in ihren Kellern Möbel oder andere Gegenstände aus ehemals jüdischem Besitz bewahren". Auf der Basis dieser Recherche lasse sich die grausame wie skandalöse Geschichte der "Judenmöbel" erzählen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst