Seit Jahren engagiert sich Schauspieler Hannes Jaenicke für gefährdete Tiere. Wie sehr vor allem Meeresbewohner von dem zunehmenden Plastikmüll bedroht sind, konnte der 58-Jährige selbst beobachten: "Das Schlüsselerlebnis waren die Dreharbeiten zu einem Film", sagt er im Interview mit n-tv. "Da haben wir sehr viel Zeit unter Wasser verbracht in Spanien, Hawaii und Costa Rica. Es ist völlig egal, wo du heute ins Wasser gehst, du hast überall diesen Plastikmüll. Egal, ob Seevogel oder Meeressäuger, die sind alle voll mit Plastik."

Verantwortlich dafür sei auch die Bundesrepublik: "Deutschland ist überhaupt kein Vorreiter, wir sind, was Plastik betrifft, eine finstere Bananenrepublik", schimpft Jaenicke. Länder wie Uganda oder Kenia würden es besser machen: Dort werde man verhaftet, wenn man mit einer Plastiktüte über die Straße laufe. "Wir sind der Europameister im Produzieren von Verpackungsmüll. Deutschland als Vorreiter zu sehen, ist ein Witz, wir sind da unglaublich weit hinterher, es gibt kaum ein Land, wo so wenig passiert."

Der Grund dafür, glaubt Jaenicke, sei ein "Informationsdefizit": "dass man sich gedankenlos einen Coffee-to-go-Becher holt und vergisst, dass das pro Stunde in Deutschland 380.000 Mal passiert. Wo landen diese Plastikbecher? Im Müll. Wenn man Glück hat in der Verbrennungsanlage, wenn man Pech hat in irgendeinem Gewässer."

Als Lösung für das Problem fordert Jaenicke eine Plastiksteuer: "Einwegplastik muss verboten oder so hoch besteuert werden, das es vom Markt verschwindet. Man muss die Hersteller belohnen, die tatsächlich im Kreislauf arbeiten."

Der Nachrichtensender n-tv zeigt im Rahmen eines Thementages über Umwelt und den Schutz der Ozeane am Dienstag, 30. Oktober, 20.15 Uhr, die Dokumentation "Müllkippe Meer – Kampf gegen den Plastikmüll" mit Hannes Jaenicke.


Quelle: teleschau – der Mediendienst