Obwohl der Film "Stalingrad" 26 Jahre alt ist, überzeugt er mit düsteren Bildern und einer eindringlichen Kriegstristesse. Tele 5 zeigt ihn zur Primetime.

Stalingrad im Juni 1941: Unter dem Decknamen "Unternehmen Barbarossa" fallen die deutschen Truppen in die Sowjetunion ein. Hitler ist überzeugt, dass die Rote Armee bald kapitulieren wird. Doch die wahnsinnige Rechnung geht nicht auf. Ein Jahr später tobt in Stalingrad ein blutiger Häuserkampf. Während die Deutschen 90 Prozent der Stadt erobern, werden sie von den Russen zwischen Wolga und Don eingekesselt. Versorgung und Ausrüstung sind mangelhaft. Allein im Dezember 1942 lassen 80.000 Männer ihr Leben – besiegt von Hunger, Kälte und Krankheit. Stalingrad wird zum Massengrab der deutschen Wehrmacht und unzähliger russischer Soldaten und Zivilisten. Mit seiner 20 Millionen Mark teuren Produktion "Stalingrad" zeichnete Joseph Vilsmaier 1992 den "Wahnsinn des Krieges schlechthin" nach. TELE 5 zeigt den Kriegsfilm, der selbst Geschichte schrieb, nun zur Primetime.

Die Schlacht tobte vom 7. Juli 1942 bis zum 2. Februar 1943. Etwa 150.000 deutsche Soldaten starben in den Kämpfen oder infolge des Hungers und der Kälte im Kessel. Rund 108.000 Mann gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der nur 6.000 Überlebende bis 1956 zurückkehrten. Vilsmaier wollte diese Geschichte möglichst in Gänze erfassen – was für ein Vorhaben.

Ein Höchstmaß an technischem Aufwand war nötig, um die Gräuel von Stalingrad möglichst authentisch wiederzugeben. Ein Unterfangen übrigens, das manche Kritiker des beeindruckenden Films als übertriebene Action verdammten. Mit Tausenden von Statisten, dressierten Ratten, Tonnen von Sprengstoff und Dutzenden historischen Kettenfahrzeugen wurde die Schlacht nachgestellt, die zum grausamen Abschlachten wurde und insgesamt mehr als einer Million Menschen ihr Leben kostete. Für die Maskenbildner, die täuschend echt klaffende Schussverletzungen schminkten, wurde das Projekt ebenso zum Geduldsspiel wie für die Hauptdarsteller. Die Außenaufnahmen wurden bei minus 20 Grad im verschneiten Finnland gedreht. Für die detailgetreue Acht-Minuten-Sequenz des Häuserkampfes lagen die Schauspieler knapp drei Wochen im Dreck.

Dominique Horwitz und Jochen Nickel spielen die beiden Sturmpioniere Fritz Reiser und Manfred Rohleder, die mit ihrem Bataillon nach Russland abkommandiert werden. Leutnant Hans von Witzland (Thomas Kretschmann) teilt ihnen mit, dass sie in Stalingrad kämpfen werden. Doch schon der erste Sturmangriff erweist sich als verstörend blutiges und sinnloses Unternehmen. Als die Soldaten, darunter auch "GeGe" Müller (Sebastian Rudolph), in der Folge gezwungen werden, Zivilisten zu erschießen, stirbt ihr letztes Fünkchen Loyalität gegenüber dem Führer. Sie versuchen zu desertieren.

Obwohl der Film "Stalingrad" 26 Jahre alt ist, überzeugt er mit düsteren Bildern und einer eindringlichen Kriegstristesse.


Quelle: teleschau – der Mediendienst