Auf den Tag genau vor 20 Jahren lief die erste Folge von "In aller Freundschaft". Mit einem Langfilm, der vor allem schöne asiatische Urlaubsbilder zeigt, wird das Jubiläum gefeiert.

In ihrem dritten Langfilm "In aller Freundschaft: Zwei Herzen" müssen Klinikleiter Dr. Roland Heilmann (Thomas Rühmann) und Verwaltungschefin Sarah Marquardt (Alexa Maria Surholt) samt Pfleger Kris (Jascha Rust) zu einem Ärzte-Kongress ins thailändische Bangkok aufbrechen. Der Flug wird jedoch umgeleitet. Unerwartet findet sich das Trio aus Sachsen in einem Urlaubsparadies wieder, in dem es kostenlos dem Müßiggang frönen darf. Während Sarah Marquart die Einladung des Reiseveranstalters dankend annimmt, hat Roland Heilmann Probleme mit dem verordneten Schlendrian. Die Situation wird dramatisch, als sich Rolands erwachsener Sohn Jakob (Karsten Kühn) in Deutschland einer Notoperation unterziehen muss. Der Körper droht sein Spenderherz abzustoßen. Roland Hellmann setzt alle Hebel in Bewegung, um schnell nach Leipzig zurückzukommen.

Am 26. Oktober 1998 wurde im Ersten die erste Folge von "In aller Freundschaft" ausgestrahlt. "In Leipzig" war der Auftakt – relativ nüchtern – benannt. Kaum jemand hätte damals geglaubt, dass die klar traditionell gedachte Serie so langlebig und erfolgreich sein würde. 2018 schauten bisher durchschnittlich 5,2 Millionen Sachsenklinik-Fans pro Folge zu.

Bei "In aller Freundschaft" darf man sich noch wie in Serien von früher fühlen, klassisch gemütlichen Familien- und Arztgeschichten, die in diesen Tagen zunehmend von horizontal erzählten, mit krassen Plots und ambivalenten bestückten Charakteren abgelöst werden. Als Hort eines "alten" Fernsehgefühls ist "In aller Freundschaft" gerade in Bezug auf ein reiferes Publikum nicht zu unterschätzen.

Dazu passt, dass zahlreiche Alt-Stars hier späte Gastauftritte feierten. Johannes Heesters spielte zu seinem 100. Geburtstag seine letzte große TV-Rolle (in Folge 204). Auch Günter PfitzmannBrigitte Mira oder Klausjürgen Wussow tauchten auf der Zielgerade ihrer Karriere im fiktiven Leipziger Serien-Krankenhaus auf. Längst ist "In aller Freundschaft" zur Marke geworden, die der produzierende MDR mit Geschick wachsen lässt. Neben dem ersten erfolgreichen Spin-off "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" (seit Januar 2015) zieren ab 1. November 2018 auch "In aller Freundschaft – Die Krankenschwestern" das Vorabendprogramm der ARD. Seit Dezember 2017 gibt es zudem die Webserie "In aller Freundschaft – Nachts in der Sachsenklinik".

Es gab schon stärkere "In aller Freundschafts"-Plots als der behäbige und erkennbar auf Exotik konstruierte Urlaubsfilm zum 20. Jubiläum. Anlässlich der auf den Tag genau platzierten Festtagsfolge gönnten sich wohl auch die schreibenden Kreativen ein paar Urlaubstage mehr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst