Der SV Rödinghausen, krasser Außenseiter aus Ostwestfalen, empfängt in der zweiten Runde des DFB-Pokals den großen FC Bayern München. Im Ersten ist das Spiel live zu sehen. Gespielt wird an der Bremer Brücke in Osnabrück.

"Der Witz des Jahres", "Bankrotterklärung der Sportschau", "Die langweiligste und sportlich unwichtigste Partie der ganzen Runde" und freilich ein "Bayern, Bayern, immer nur die Bayern": In den sozialen Netzwerken reagierten viele Fußball-Fans stinksauer, nachdem die ARD bekannt gegeben hatte, sie werde ausgerechnet das Spiel des westfälischen Regionalligisten SV Rödinghausen gegen den Rekordpokalsieger FC Bayern München in der zweiten Runde des DFB-Pokals live übertragen.

Dieses Unverständnis über die Ansetzung wurde so groß, dass Axel Balkausky sich bemüßigt sah, eine Erklärung abzugeben. Der ARD-Sportkoordinator ließ wissen, dass das Duell "Klein gegen Groß" doch den "besonderen Reiz des DFB-Pokals" ausmache. Neu ist diese Erkenntnis jedoch nun wirklich nicht. Und sie wird gerade im nördlichen Teil des Fußball-Landes wohl eher mit Unverständnis aufgenommen. Zeitgleich zur Partie der Bayern beim Regionalligisten spielen mit Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg zwei Bundesligisten gegeneinander – in einem oftmals sehr hitzigen Niedersachsen-Derby.

ARD wollte eigentlich Köln - Schalke zeigen

Und auch die zweite Live-Begegnung im DFB-Pokal, die am Mittwoch, 31. Oktober, 20.15 Uhr, ebenfalls im Rahmen der "Sportschau" zu sehen ist, sorgte zunächst für wenig Gegenliebe. Das Duell RB Leipzig gegen TSG 1899 Hoffenheim wird von Kritikern auch als "El Plastico" bezeichnet. Hintergrund für diesen unfeinen Titel ist, dass sowohl Leipzig als auch Hoffenheim von vielen mehr als Projekte großer Konzerne gesehen werden, weil sie eben nicht aus einer zumindest beim Fußball viel gerühmten Tradition entstanden sind. Sportlich sei dieses Spiel aber das attraktivste der zweiten Runde, sagte Balkausky dem "kicker".

Aus sportlicher Sicht ist das direkte Duell eines Europa-League- gegen einen Champions-League-Teilnehmer in der Tat reizvoll. Das wäre wohl aber auch Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen gewesen – eine Partie zudem mit Derby-Charakter. Oder sogar der Gipfel der Traditionsmannschaften: 1. FC Köln gegen Schalke 04 – ein Fußballfest, zumindest den Namen nach.

Diesen Klassiker wollte die ARD eigentlich auch ins Programm heben. Doch aus polizeilichen Gründen ließen sich das Spiel in Köln und das Spiel zwischen Leipzig und Hoffenheim nicht auf zwei verschiedene Tage legen, erklärte Balkausky im "kicker": "Und Bayern gegen Rödinghausen ist doch auch schön"

Trotz des Ärgers um die Auswahl, die Live-Spiele stehen fest. Die Übertragungen beginnen jeweils um 20.15 Uhr. Wie viele Zuschauer sie verfolgen werden, bleibt abzuwarten. Von der Bremer Brücke in Osnabrück, wo Rödinghausen gegen die Bayern spielt, meldet sich am Dienstag Alexander Bommes als Moderator. Ihm zur Seite steht Thomas Hitzlsperger als Experte. Der Reporter ist Tom Bartels. Die Partie am Mittwoch zwischen Leipzig und Hoffenheim wird kommentiert von Gerd Gottlob. Der Moderator ist Gerhard Delling, und Hitzlsperger ist als Experte erneut im Einsatz.

Wann läuft Sport im TV? Hier gibt's den Überblick.


Quelle: teleschau – der Mediendienst