In prisma spricht Schauspielerin Anja Kling über Dreharbeiten, den Alltag mit zwei Kindern und das Verhältnis zu ihrer Schwester.

Schauspielerin Anja Kling ist zunehmend in Rollen zu sehen, die mächtig unter die Haut gehen. Kommenden Montag spielt sie im ZDF-Fernsehfilm der Woche ("Der Kommissar und das Kind", 20. November um 20.15 Uhr) die TV-Moderatorin Caroline Schäfer, die abends ins Kinderzimmer ihrer zweijährigen Tochter schleicht, um einen Blick auf ihr "schlafendes Engelchen" zu werfen. Doch das Bettchen ist leer! Stattdessen liegt eine fremde Puppe dort – alles deutet auf eine Entführung hin. Ein Albtraum.

Der ZDF-Film "Der Kommissar und das Kind" hat eine Handlung, die fesselt, bisweilen schockiert. Was waren die größten Klippen bei den Dreh arbeiten?

Die ganze Rolle war für mich eine große Herausforderung. Man sieht die TV-Moderatorin Caroline Schäfer ja weder im Studio-Alltag, noch gibt es überhaupt eine Szene, in der sie fröhlich ist. Trotzdem wollte ich eine Figur schaffen, die nicht nur larmoyant in der Ecke steht und weint.

Sie sind eine erfolgreiche Schauspielerin, haben zwei Kinder. Wie bekommen Sie den Alltag gestemmt?

Mein Sohn Tano ist 17, meine Tochter Alea 13. Sie drehen immer mehr ihre eigenen Runden, ihre Kreise werden größer. Ich drehe circa dreimal im Jahr für etwa sechs Wochen am Stück, da muss man einfach gut organisieren. Wenn ich dann nicht drehe, bin ich ganztags Mutter, fahre meine Kinder zu Turnieren, zum Tennis und zur Klavierstunde.

Was macht eine gute Mutter aus?

(Lacht.) Mein Sohn hat mir nach einem Kurs in Psychologie gerade erst bescheinigt: "Mama, du machst alles richtig." Ich denke, ein authentisches Vorleben und Vorbild sein ist wichtiger als Regeln und Verbote. Vieles mache ich aus dem Bauch heraus. Ich möchte meinen Kindern Mut und Fröhlichkeit vermitteln. Sie sollen über jede Pfütze, die sich bietet, rüberspringen. Bei uns wird viel gelacht, da ist das Glas immer halbvoll.

Wie haben sich im Laufe Ihrer Schauspielerkarriere die Rollen geändert?

Mit 50 wird man nicht mehr so gerne als Geliebte, Tochter oder junge Mutter besetzt. Aber mir geht es super. Erst wurde ich als Tochter aus gutem Hause besetzt, dann als junge Mutter, in Italien darf ich jetzt wieder die Tochter an der Seite von Christine Schorn spielen.

Gibt es mit Ihrer Schwester Gerit einen Konkurrenzkampf um Rollen?

Nein, wir kommen uns da nicht in die Quere. Außerdem macht Gerit ja auch viel Theater. Wir missgönnen uns nichts. Da ist die Liebe größer.

Interview: Matthias M. Machan.