In einem Gast-Beitrag für "Variety" übt Barbra Streisand scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump. Selten hat sich ein US-Star so klar gegen einen amtierenden Präsidenten positioniert.

Ihre ersten Zeilen haben es bereits in sich: "Eines sollte klar sein: Amerika war großartig – bevor Sie gewählt wurden!" Die amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand hat am Super-Tuesday, an dem in 14 US-Bundesstaaten die Vorwahlen der Demokraten stattfanden, einen längeren Beitrag auf der "Variety"-Webseite veröffentlicht und US-Präsident Donald Trump scharf angegriffen. Unter der Überschrift "Warum Trump 2020 besiegt werden muss" beschreibt sie, wie sie jeden Morgen aufwache, zum Smartphone greife und sich sicher sei, dass es nicht schlimmer als gestern werden könne. Wenn dann aber die ersten News erscheinen, denke sie: "Oh, ja, es ist schlimmer!"

Jüngster Anlass für den Wutausbruch des US-Stars, der sich schon lange für die demokratische Partei und deren Ziele engagiert, war wohl die Absetzung des US-Geheimdienstdirektors Joseph Maguire Mitte Februar, nachdem dieser die Kongressabgeordneten über eine erneute Einmischung Russlands in den Wahlkampf informiert hatte. "Er säubert die Regierung von jedem, der Ahnung hat und nicht zu Kreuze kriecht", schreibt sie über Trump.

Aber auch der Umgang des Präsidenten mit dem Coronavirus bringt sie auf die Palme. Trump habe schon vor zwei Jahren den Pandemie-Spezialisten der Regierung entlassen und wichtige Gelder für die Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention gestrichen. Sie wird deutlich: "Wir können so nicht weitermachen. Es ist zu gefährlich!" Sie schreibt, dass Donald Trump eine Gefahr für sein Land und den ganzen Planeten sei, weil er das Pariser Klima-Abkommen und den Nuklear-Deal mit Iran aufgekündigt habe. "Er ist eine Ein-Mann-Massenvernichtungswaffe und so leichtsinnig, dass er fast einen Krieg angefangen hat."

Streisand bezichtigt Trump der tausendfachen Lüge, der Heuchelei und Paranoia und führt an, dass er bislang über 130 Millionen Dollar an Steuergeldern für seine Golf-Trips verschwendet habe. Sie schließt mit einem eindringlichen Appell an Amerikas Wähler und einem Bekenntnis zu den Werten des Landes: "Wir müssen Würde und Anstand wieder zurückbringen. Wir müssen die Tatsachen wieder achten, den Planeten, wir müssen jeden Einzelnen und auch den Ärmsten von uns wieder achten. Wir brauchen ein neues Amerika, ohne Umweltverschmutzung, Obszönitäten, Beleidigungen und Rache. Wir müssen die Ehre der Wahrheit wiederherstellen ... erst dann wird Amerika wieder groß sein."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH