Die Serie "Im Sog des Geldes", eine die belgisch-schweizerische Koproduktion, taucht tief ein in das Haifischbecken Finanzwelt und stellt eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema dar.

"Gier ist gut", sagte einst Hollywoodstar Michael Douglas in seiner Rolle als Gordon Gekko. Das war vor mehr als 30 Jahren im Finanzthriller "Wall Street" (1987). Selbstverständlich war das in Oliver Stones Film nicht als Handlungsrichtlinie für den Zuschauer gemeint, sondern eher als Warnung: Die Gier korrumpiert die Seele des Menschen. Dass diese Aussage auch in der Gegenwart nichts von ihrer Kraft – und möglicherweise auch von ihrer amoralischen Faszination – verloren hat, beweist die belgisch-schweizerische Koproduktion "Im Sog des Geldes" (2017), die 3sat nun zeigt. Darin übernimmt Elisabeth Grangier (Laura Sépul) eher unfreiwillig den Präsidentenposten einer Privatbank, als ihr Bruder bewusstlos aufgefunden wird. Immer tiefer taucht sie ein in einen Sumpf aus Intrigen und Illegalität ...

Schaut man sich an, wie viele TV- und Kinoproduktionen in den vergangenen Jahren das internationale Geld- und Bankenwesen zum Thema hatten, so wird klar, dass die letzte Finanzkrise weltweit bleibende Spuren hinterlassen hat. Vor allem in emotionaler Hinsicht: Misstrauen, Vorsicht, Verunsicherung. Filme wie "The Big Short", "The Wolf of Wall Street" oder "Margin Call – Der große Crash" setzten sich auf die ein oder andere Weise mit Geld und Gier auseinander.

Im Mittelpunkt von "Im Sog des Geldes" steht die Privatbank Grangier & Co. unter der Leitung von Paul Grangier (Vincent Kucholl). Als dieser angeblich aufgrund einer versehentlichen Insulinüberdosis das Bewusstsein verliert, scheint der Weg frei zu sein für seinen Bruder Alexandre (Arnaud Binard). Doch der staunt nicht schlecht, als bekannt wird, dass ihre gemeinsame Schwester Elisabeth die Vertretung übernehmen soll – obwohl diese sich nie für die Bankgeschäfte ihrer beiden Brüder interessierte.

Elisabeth entdeckt, dass Paul am Abend des Unfalls mehrmals versucht hat, sie zu kontaktieren. Sie wittert ein Verbrechen und nimmt das Amt an – sehr zum Unmut des verschmähten Bruders. Im Laufe der sechs Folgen (immer mittwochs, 22.25 Uhr, 3sat) stößt sie auf ganz unterschiedliche Widerstände: eine russische Mafiachefin, ein Pharmariese und die Finanzaufsichtsbehörde ziehen Elisabeth hinein in einen Strudel aus Macht, Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung ...

Im Sog des Geldes – Mi. 04.03. – 3sat: 22.25 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH