Imogen Kimmels romantische Komödie "Lügen, die von Herzen kommen" ist bereits der vierte Teil aus der ZDF-Reihe "Chaos Queens". Die Filme basieren allesamt lose auf literarischen Vorlagen aus der Feder von Bestsellerautorin Kerstin Gier, deren Jugendromane ("Rubinrot", "Saphirblau", "Smaragdgrün") bereits erfolgreich fürs Kino verfilmt worden sind.

Das ZDF hat mit dem neuesten Teil der "Chaos-Queens" eine Adaption vorgelegt, die zwar nicht in allen Belangen treffsicher ist, sich aber im Verlauf zu einer charmanten Liebeskomödie rund um die gutherzige Hanna (Anna König) mausert. Klassische Zutaten des Genres wurden hier ansprechend und modern verpackt. Trotz einiger Klischees überzeugt der Film mit seiner grundlegenden Frage danach, wie man der Welt und sich selbst gegenüber treu und wahrhaftig sein kann.

Ein schönes Schlamassel

Die sympathische Hanna kann zu nichts und niemandem nein sagen und muss sich neben ihrem Job als Journalistin für ein Frauenmagazin noch mit den Problemen ihrer Familie und Freundinnen herumschlagen. Als sie bei der anonymen Recherche für einen neuen Artikel feststellen muss, dass sie die ganze Zeit über nichtsahnend mit ihrem neuen Chef Adam (Tim Bergmann) geflirtet hat, kommt sie arg in die Bredouille – da hat sie sich in ein schönes Schlamassel manövriert, aus dem sie dann mit Notlügen zu entkommen versucht. Doch mittlerweile hegt sie schon tatsächliche Gefühle für Adam. Wie kommt sie da nur wieder raus?

Die neueste Episode der "Chaos-Queens" hätte gerne spritziger und bissiger sein dürfen, überzeugt aber dennoch mit seinen leicht verdaulich zubereiteten ernsten Themen. Und mit ebenjenen (Fake News, modernes Frauenbild, Dating-Apps) ist der Film auch erstaunlich nah am Zeitgeist. Glücklicherweise wird die Sinnsuche von Hanna und ihr Weg hin zu einer emanzipierten Frau, die auch mal an sich und nicht nur an alle anderen denkt, nicht zugunsten lauer Gags geopfert.

Liebenswürdige Figuren

Stattdessen überzeugt "Lügen, die von Herzen kommen" mit liebenswürdigen Figuren und lädt mitunter auch zum Schmunzeln ein. Insbesondere die witzigen Dialoge des Dreiergespanns Carla (Katharina Schlothauer), Vivi (Leonie Rainer) und Hanna begeistern ein ums andere mal. Im Endeffekt bietet das Ganze dann gelungene Unterhaltung mit minimalem Anspruch: nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und von "inhaltsleer" weit entfernt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst