Aus dem 19. Jahrhundert direkt ins Dritte Reich: Die erfolgreiche ARD-Serie "Charité" bekommt eine zweite Staffel, die das berühmte Berliner Krankenhaus vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus zeigt. Ab 4. Dezember beginnt die UFA im Auftrag der ARD mit den Dreharbeiten in Tschechien.

Unter der Regie von Anno Saul erzählen sechs neue Episoden laut ARD "erstmals die Geschichte einer Institution im Wandel der Zeit". Spielte die erste Staffel noch im neu gegründeten Armenkrankenhaus des Jahres 1888, springt die Fortsetzung einige Jahrzehnte in der Zeit vor: Nach Kaiserreich, Erstem Weltkrieg und wilden 20er-Jahren ist aus der Charité ein modernes Hospital mit strengen Hygienevorschriften und fortschrittlichster Technik entstanden.

Davon profitiert auch der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der seine Operationen in Berlin unter besten Bedingungen durchführen kann. Wären da nicht die Nationalsozialisten, deren Gesundheitsdiktatur im Krankenhaus deutliche Folgen hat. Medizinische Ethik bedeutet nichts mehr, Menschenexperimente und Euthanasie werden auch von Ärzten der Charité vertreten und durchgeführt.

Sauerbruch, gespielt von Ulrich Nöthen, ist zunächst überzeugten Anhänger der NS-Ideologie. Schließlich jedoch zweifelt auch er und widersetzt sich fantasievoll dem Willen des Regimes. Dabei kämpft er vor allem gegen den Euthanasie-Befürworter Max de Crinis (Lukas Miko), den Leiter der Psychiatrie. Persönlich betroffen ist indes Anni (Mala Emde), eine überzeugte nationalsozialistische Medizinstudentin, die ein Kind erwartet. Als sich herausstellt, das ihr Baby mit Wasserkopf zur Welt kommt, stellt sie das vor eine Gewissensprobe.

Erneut wartet die Serie "Charité", deren erste Staffel in der ARD 7,48 Millionen Zuschauer sahen, mit einer Mixtur aus historisch realen und fiktiven Figuren auf. Gedreht werden soll noch bis Ende März in Prag und Umgebung, einen Sendetermin gibt es bislang noch nicht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst