ARTE-Doku

"Der Kreuzzug der Kinder": Mythos oder Wahrheit?

von Sarah Kohlberger

Der "Kreuzzug der Kinder" gilt als die wohl bedeutendste Jugendbewegung des Mittelalters. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter der Sage? Das will eine ARTE-Doku ergründen.

ARTE
Der Kreuzzug der Kinder
Dokumentation • 20.02.2021 • 20:15 Uhr

Mitte 2018 setzte sich die damals 15-jährige Schülerin Greta Thunberg vor das schwedische Reichstagsgebäude, um für das Klima zu streiken. Nicht mal ein Jahr später war daraus "Fridays For Future" entstanden, eine Bewegung, durch die Schüler und Studierende in der Klimapolitik etwas verändern wollen. Manchen Historikern könnte dies bekannt vorkommen: Vor 800 Jahren sollen sich tausende Kinder versammelt haben, um die Welt zu verändern. Oder besser gesagt: um zur heiligen Stadt Jerusalem zu pilgern und diese von den Muslimen zu befreien. Heute spricht man vom "Kreuzzug der Kinder". ARTE widmet sich nun mit einer zweiteiligen Dokumentation der bedeutendsten Jugendbewegung des Mittelalters.

Initiator und Anführer der Bewegung war der Kinderprophet Nikolaus. Der Kölner Junge verkündete am Ostertag 1212, Gott habe ihm in einer Vision gesagt, sie sollten einen Kreuzzug wagen. Ohne Waffen, ohne Eltern, ohne Proviant und sogar ohne festes Schuhwerk machten sich die Kinder und Jugendlichen auf den mehrere tausend Kilometer langen Weg, zunächst über die Alpen, dann bis zum Mittelmeer. Gott werde sie schützen, waren sie sich sicher. Doch gab es dieses abenteuerliche Vorhaben tatsächlich? Oder handelt es sich bei dieser unglaublichen Geschichte doch um einen Mythos?

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Mithilfe von mehreren Experten, darunter Historiker und Kinderpsychologen, arbeitet Regisseur Martin Papirowski die Vergangenheit auf, liest in Stadtchroniken und zeichnet das Geschehen mit Spielszenen nach. Wer waren die Kinder? Was war ihre Motivation? "In Zeiten von 'Fridays For Future' wird man vielleicht die Kinderkreuzzüge auch bald anders interpretieren als eine Jugendbewegung, die sich gegen die Alten richtet, die es eben nicht gebacken bekommen", schmunzelt der Historiker Nikolas Jaspert.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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