Ein Politikerpaar kämpft erst um hohe Ämter und dann gegeneinander in dieser sehenswerten BBC-Serie.

"Manchmal muss man etwas Schlechtes tun, um an die Macht zu kommen, um dann Gutes zu tun, wenn man sie hat." Solche Sätze sagt Aiden Hoynes (David Tennant), britischer Wirtschaftsminister, gerne. Doch die restriktive Ausländerpolitik seines Regierungschefs will er dann doch nicht mittragen – und tritt zurück. Freilich nur, weil er selbst darauf spekuliert, eines Tages in Downing Street 10 einzuziehen.

Auch seine Frau Freya (Emily Watson) hat politische Ambitionen, übernimmt nach Davids Rücktritt gar selbst einen Ministerposten. Das "goldene Paar der Politik" nennt die Presse die beiden, doch die Ehe des Polit-Duos scheint in den Mühlen der großen Politik zu zerbrechen.

Erinnerungen an "House of Cards"

Und um nichts weniger als die ganz große Politik geht es in der dreiteiligen BBC-Miniserie "Der Mann an ihrer Seite", die bei ARTE jetzt erneut und an einem Abend zu sehen ist. Die sehenswerte Produktion von Paula Milne ist voll von korrupten Politikern, geifernden Journalisten und unheilvollen Seilschaften.

Das alles erinnert natürlich an die gefeierte US-Serie "House of Cards", in der Kevin Spacey vom Kongressabgeordneten zum Präsidenten aufsteigt. Nur ist "Der Mann an ihrer Seite" weder ganz so boshaft, noch sind die Dialoge hier so spitzzüngig – vielleicht aber ist die BBC-Produktion mit dem großartigen "Broadchurch"-Star David Tennant in der Hauptrolle gerade deswegen ein Stückchen näher dran an der politischen Realität.


Quelle: teleschau – der Mediendienst