Der preisgekrönte Filmemacher Stephan Lamby begleitete von Frühjahr 2018 bis heute die Großen Koalition. "Ist das Modell der Volksparteien ein Auslaufmodell?", fragt er in seiner Doku.

Als am 24. September 2017 ein neuer Bundestag gewählt wurde, zeichnete sich ein Jamaika-Bündnis der Union mit FDP und Grünen ab. Doch es kam anders. Nach rekordverdächtig langem Herumlarvieren bildete sich im Frühjahr 2018 erneut eine Große Koalition, die offenbar von kaum einem der Koalitionäre selbst gewollt wurde. Alle Landtagswahlen und die Europawahl endeten für Union und SPD mit herben Niederlagen. Parallel zum Trend, dass die Volksparteien ohnehin massiv Anhänger verloren, taumelt die deutsche Regierung seitdem von Krise zu Krise. Alle Koalitionäre tauschten seitdem ihre Vorsitzenden, doch ein Effekt blieb aus. Stephan Lamby ("Die nervöse Republik"), vielfach preisgekrönter Politjournalist und Filmemacher, begleitete die Koalition für seine neue Dokumentation "Die Notregierung – Ungeliebte Koalition" über anderthalb Jahre.

Abseits des politischen Tagesgeschäfts führte Lamby viele Interviews, in denen Politiker erstaunlich offen über das Ende ihrer eigenen Polit-Karriere sprechen. Hat niemand mehr Lust, dieses Deutschland auf altbewährte, demokratische und kompromissorientierte Weise zu führen? Der "Cast" von Lambys Interviewpartnern kann sich dabei wie immer sehen lassen: Horst Seehofer, Annegret Kramp-Karrenbauer, Olaf Scholz, Lars Klingbeil und Armin Laschet sprechen "für" das Regierungslager. Auch Kritiker aus den verschiedenen Reihen kommen zu Wort, etwa Robert Habeck, Hans-Georg Maaßen, Kevin Kühnert, Rezo und eine 17-jährigen Schülerin. "Die Notregierung – Ungeliebte Koalition" läuft in der ARD-Reihe "Was Deutschland bewegt" zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst