Am Donnerstagabend begrüßte Moderator Markus Lanz die SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken in seiner Talkshow – und gab sich mit vielen Antworten des Duos unzufrieden.

Der SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans kämpft gemeinsam mit Saskia Esken um die Parteiführung. Nun stellten sich die beiden am Donnerstagabend in der Talkshow "Markus Lanz" den kritischen Fragen des Moderators. Doch mir ihren Antworten war Lanz häufig nicht zufrieden, hakte immer wieder nach – und ließ das Duo bisweilen kaum zu Wort kommen.

Schon die erste Frage an Saskia Esken wird von Lanz auseinandergenommen: "Wie oft sind Sie in der letzten Zeit aufgewacht und haben gedacht: 'Oh Gott, was, wenn die uns wirklich wählen?'", fragte er. Sie antwortete: "Ich bin sehr, sehr oft aufgewacht und dachte mir im ersten Moment: 'Wo bin ich und warum heute, hier?'" Doch das war Lanz zu wenig. "Jetzt hören Sie auf, bitte. Natürlich haben Sie oft darüber nachgedacht, was wäre, wenn – oder nicht?"

Eskens schlichte Antwort "Nein" konnte er nicht so stehen lassen. "Wie jetzt? Sie treten an, um SPD-Chefin zu werden und haben sich nicht überlegt, wie es wäre, wenn Sie es wirklich werden? Sie glauben gar nicht daran?" Mit einem Schmunzeln erklärte Esken: "Doch, doch, natürlich glauben wir daran. Aber wir haben uns nicht überlegt, was passiert, wenn nicht und wie schlimm das wird." Und noch mal hakte Lanz nach: "Nein, nein, ich habe nicht gefragt, was wenn nicht, sondern was wäre wenn?" Und so ging es weiter.

Als es darum ging, ob Esken Andrea Nahles anrufe und sie frage, wie es ihr gehe, erklärte Esken, warum sie das nicht tue. Doch auch hier war Lanz die Antwort nicht deutlich genug: "Ich übersetze das mal für Sie, Frau Esken, Sie sind froh, dass sie weg ist?" Ihre Antwort: "Nein, das stimmt nicht." Sie fand den Rücktritt von Nahles "unausweichlich, aber unfair". Hier legte der Moderator ihr ein Wort in den Mund: "Sie fanden es notwendig" – woraufhin die Politikerin ihre Worte nochmals wiederholte, und zudem noch genauer erklärten.

Anschließend ging es darum, wie es zur gemeinsamen Kandidatur von Esken und Walter-Borjans kam. Esken erzählte, sie habe in Walter-Borjans "einen Mann gesehen, der für sozialdemokratische Prinzipien" steht, der "standhaft sozialdemokratisch" sei. Auch hier wurde Lanz hellhörig. "Das heißt übersetzt für Sie, Olaf Scholz ist kein standhafter Sozialdemokrat?" Esken antwortete indirekt, woraufhin er sie mehrmals darauf aufmerksam machte, dass sie seine Frage beantworten solle. Dann erklärte sie: "Das kann ich so nicht beurteilen, nachdem er so lange tätig ist." Und auch nach mehrmaligem Nachhaken konnte er keine genauere Antwort aus ihr herauskitzeln. "Okay, Sie machen heute keine Gefangenen, merke ich schon", gab sich Lanz geschlagen.

Als er daraufhin mit Norbert Walter-Borjans über Olaf Scholz und die Erfolge der SPD diskutierte, mischte sich auch die politische Beraterin und "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld ein. Sie könne nicht verstehen, warum sich die SPD immer so klein mache. "Die SPD hat einen Mindestlohn durchgesetzt, gegen den Widerstand der CDU, als kleinerer Koalitionspartner. Mann, darauf können Sie doch echt stolz sein!" Stattdessen werde immer nur gesagt, was man nicht schaffe und wie zäh es sei.


Quelle: teleschau – der Mediendienst