Fünf Jahre nachdem die Four Horsemen mit spektakulären Tricks einen überraschenden Kassenhit gelandet hatten, lassen sie sich in "Die Unfassbaren 2" entzaubern.

Die Weltverbesserer zaubern wieder: Vor fünf Jahren ließen sich die "Four Horsemen" vom Kinopublikum auf der ganzen Linie feiern. "Die Unfassbaren – Now You See Me" war einer der großen Überraschungshits der Saison. In einem spektakulären Mix aus Robin-Hood-Film, spektakulärem Heist-Movie und magischer Mystery traten vier Magier gegen Gier und Ungerechtigkeiten an. Verfolgt von einem unerbittlichen FBI-Agenten mussten die Jungzauberer mit Gerechtigkeits-Tick nach ihrem letzten Coup untertauchen – und erheben sich nun wie vier Phönixe aus der Asche. RTL zeigt "Die Unfassbaren 2" nun um 20.15 Uhr als Free-TV-Premiere.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Daniel Radcliffe den Schurken spielt, der in "Die Unfassbaren 2" allerdings nicht viel mehr als ein böser Wicht ist. Der Ex-Potter spielt den Geschäftsmann Walter Mabry, der mit den Four Horsemen irgendeine Rechnung offen hat. Welche das ist, geht im Handlungswirrwarr des Films ein bisschen unter – wie so vieles andere auch.

Hatte Louis Leterrier im ersten Teil noch mit einer recht ausgewogenen Mischung aus Spektakel, Handlung und Figurenzeichnung einen ganz passablen Unterhaltungsfilm auf die Leinwand gebracht, verzettelt sich sein Nachfolger auf dem Regiestuhl. Freilich hat Jon M. Chu ("G.I. Joe – Die Abrechnung") nicht die alleinige Schuld an dem mittleren Desaster, daran hatten die Drehbuchautoren Ed Solomon und Pete Chiarelli einen mindestens genauso großen Anteil.

Sie schicken die wiederauferstandenen Horsemen auf eine derart verzwickte Mission, dass man schnell den Überblick verliert. Doch zuvor müssen sich Daniel (Jesse Eisenberg), Merritt (Woody Harrelson) und Jack (Dave Franco) an eine neue Kollegin gewöhnen: Die Entfesselungskünstlerin Lula (Lizzy Caplan) nimmt den Platz von Henley (Isla Fisher) ein.

Währenddessen ist Daniel damit beschäftigt, sich dem "Auge", der Geheimorganisation der Magier, anzubiedern. Das "Auge" hat dann auch ziemlich schnell einen Auftrag für die Horsemen, der sie ungewollt bis nach Macau führt: Sie sollen einen Computerchip stehlen, mit dem sich alle Mobiltelefone der Welt überwachen lassen. Nebenbei haben FBI-Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo) und dessen Intimfeind Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) noch eine Rechnung miteinander offen.

Von diesem komplexen Plot mit zig Handlungssträngen scheint Regisseur Chu ein wenig überfordert und konzentriert sich lieber auf rasante Verfolgungsjagden und schick choreografierte Showeffekte. Leider verlieren letztere an Reiz, sie wurden einfach schon zu oft gesehen. Alles in allem eine enttäuschende Fortsetzung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst