Profiler-Serien wie "CSI"-Reihen oder die dokumentarischen "Medical Detectives" spielten mit den Errungenschaften der Forensik. Die Botschaft an Zuschauer wie Verbrecher: Schon das kleinste Härchen kann jederzeit jeden seiner Schandtat überführen. Tatsächlich ist die Forensik zur schlagkräftigen Waffe der Kriminalisten geworden. Gerade die technischen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit waren enorm.

Wie eine zweiteilige "Terra X"-Dokumentation jedoch zeigt, tappten Ermittler noch im vergangenen Jahrhundert bei der Verbrechensbekämpfung oftmals im Dunkeln. In ihrer sehr kurzweilig produzierten Zeitreise durch "Die Geschichte der Forensik" führt Schauspielerin ChrisTine Urspruch, bekannt als Rechtsmedizinerin "Alberich" aus dem Münster-"Tatort", beispielsweise zurück bis ins Berlin der 1920er-Jahre. Die Gesellschaft damals feierte, gleichzeitig aber tobte auch das Verbrechen. Erst mit dem Polizeibeamten Ernst Gennat bekam es seinen entscheidenden Gegner.

Kommissar Gennat war es, der eine organisatorisch fest eingerichtete Zentrale Mordinspektion aufbaute. Am 1. Januar 1926 nahm sie in Berlin ihre Arbeit auf und gilt heute als die erste Mordinspektion überhaupt. Auch revolutionierte Gennat die Spurensicherung am Tatort. Er verfügte, dass am Ort eines Verbrechens vor dem Eintreffen der Ermittler keinesfalls etwas angerührt werden dürfe. Fuhr der Chef-Ermittler selbst an einem Tatort vor, kam er mit dem "Mordauto". Dieses Einsatzfahrzeug führte alles Notwendige mit, um ein Verbrechen kriminalistisch zu erfassen. Durch seine Einführungen gilt Gennat heute als der erste "Profiler" überhaupt.

Im zweiten Teil ihrer "Geschichte der Forensik" beschäftigt sich Urspruch vor allem mit der Gerichtsmedizin. Die Episode "Was Opfer preisgeben" ist zu sehen am Sonntag, 21. Oktober, 19.30 Uhr, ebenfalls im Rahmen der ZDF-Reihe "Terra X".


Quelle: teleschau – der Mediendienst