Auf der kleinen Vulkaninsel El Hierro erschüttert ein Mordfall die wenigen Bewohner. Die gleichnamige Serie bietet atemberaubende Bilder und spannende Ermittlerarbeit. Krimi-Fan, was willst du mehr?

Dieses Fleckchen Europas ist kaum bekannt: El Hierro. Die Insel bildet den südwestlichsten Zipfel des Kontinents und der Kanaren im Atlantischen Ozean. Bettenburgen und Massentourismus wie auf den größeren "Schwestern" Teneriffa oder Gran Canaria suchen Besucher hier vergebens. Genauso wie kilometerlange Sandstrände. Dafür säumen schroffe Klippen und Steilwände die Küste der 269 Quadratkilometer kleinen Vulkaninsel.

Für seine achtteilige Krimi-Serie, ARTE zeigt zunächst drei Episoden am Stück, die weiteren Serien-Blöcke folgen jeweils donnerstags, 26. September und 3. Oktober, 20.15 Uhr, hat sich der spanische Autor und Produzent Pepe Coira eben dieses unwirtliche wie wunderschöne El Hierro als Schauplatz ausgesucht. Dass ihm damit ein Coup gelungen ist, zeigt sich sogleich in der Titelsequenz. Erste Aufnahmen schroffer Küsten, an die die Wellen des Atlantiks klatschen, oder ein Baum, den die Kraft des Windes unnatürlich geknickt, aber nicht gebrochen hat, erwecken beim Zuschauer spontan große Erwartungshaltung an eine gewaltige Bildsprache. Regisseur Jorge Coira, Bruder des Produzenten Pepe, erfüllt diese. Er bettet immer wieder atemberaubende Inselaufnahmen El Hierros ein in einen nicht minder spannenden Mordfall.

Die spanisch-französische Serienproduktion bietet sodann drei Hauptrollen. Zuerst El Hierro selbst, dazu kommen die Richterin Candela (Candela Peña) sowie der auf der Insel berüchtigte Unternehmer Antonio Díaz (Darío Grandinetti). Candela wurde vom spanischen Festland gerade erst auf das abgelegene Eiland strafversetzt, als ein Mord die wenigen Tausend Inselbewohner erschüttert. Ein Taucher zieht den getöteten Fran (Alex Zacharias) aus einer Unterwasserhöhle an Land. Das passiert ausgerechnet am Tag von Frans geplanter Hochzeit. Als Verdächtiger gilt schnell Antonio Diaz. der Vater der Braut. Weil er auf der Insel mitunter für Drogengeschäfte berüchtigt ist und einige Indizien gegen ihn sprechen, nimmt die Richterin den Mann mit der Ausstrahlung eines Berufsverbrechers in Haft.

Doch dem nicht sonderlich sympathisch wirkenden Diaz ist zunächst nichts Entscheidendes nachzuweisen. Fortan ermitteln Candela gegen die Widerstände vieler voreingenommener Inselbewohner und Diaz gegen die Verdächtigungen seiner eigenen Tochter auf eigene Faust. Zwischen beiden entwickelten sich ein psychologisch intensives wie spannendes Spiel. Dasselbe Ziel vor Augen ein tödliches Geheimnis zu lösen, schlagen sie doch unterschiedliche Wege ein. Der Fall des ermordeten Fran wird so aus zwei unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Und dazwischen glänzt immer wieder die unverbrauchte Anziehungskraft der Insel El Hierro.


Quelle: teleschau – der Mediendienst