Verspielte Tierkinder sind nicht nur niedlich und lustig. Das Spielen bereitet sie auf den harten Überlebenskampf in der freien Wildbahn vor, wie nun auch eine "Terra X"-Doku zeigt.

Etwa 40.000 zu Bündeln verflochtene Muskeln machen einen einzigen Elefantenrüssel zu einem Wunder der Bewegung. Dass die größten noch lebenden Landtiere ihre verlängerte Nase nicht gleich unmittelbar nach der Geburt kontrollieren können, erscheint nachvollziehbar – ebenso wie ein Menschenkind das Gehen auch erst erlernen muss. Doch Elefantenkälber haben eine recht vergnügliche Methode entwickelt, wie sie mit ihrem äußerst feinfühligen und für das eigene Überleben so wichtige Organ richtig umgehen. Der Rüssel wird von Geburt an zu ihrem Spielzeug – ihrem einzigen. Diese sehr überschaubare Ablenkung innerhalb der eigenen Herde ist jedoch sinnvoll. Um die 40.000 Muskeln im Rüssel wirklich kontrollieren zu können, braucht ein Elefantenkalb rund zwei Jahre. Erst dann gelingt es ihm, ein Blatt vom Boden zu greifen.

Im Rahmen von "Terra X" im ZDF ist nun eine Dokumentation zu sehen, die belegt, wie wichtig das Spielen in der Kindheit vieler Tierarten für das spätere Überleben in freier Wildbahn ist. Der Film zeigt wunderbare wie lustige Bilder, wenn zwei Jung-Geparde scheinbar gegeneinander beim Fußball in den Zweikampf gehen. Löwen-Welpen hingegen nutzen getrocknete Kot-Ballen von Elefanten, um das Packen von Beute und das Zubeißen zu üben.

Mit diesen Übungen bereiten die jungen Tiere sich auf die eigene Selbstständigkeit vor. Dabei perfektionieren Geschicklichkeit, Schnelligkeit oder Kondition. Auch arttypisches Leben in der Gemeinschaft lernen sie im Spiel. Wider einem scheinbar neuem Wissen in der Kindererziehung der Menschen zeigen die Bärenpaviane Namibias aber auch, dass der Geschmack des Einzelnen, natürlich auch vom Geschlecht bestimmt wird. Die Jungs der Affenart bevorzugen beim vergnüglichen Herumtollen Spielzeugautos, die Mädchen Puppen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst