Tarantino-Film bei VOX

"Inglourious Basterds": Sprach-Pingpong und Nazi-Jagd

von Andreas Fischer

Wenn am Ende das Böse in die Luft fliegt, dann wird klar, warum Quentin Tarantino ein Liebling der Filmfreaks und Kritiker ist. Der Kultregisseur lässt Hitler im Kino sterben, den Ort, den er zu Propagandazwecken missbrauchen wollte. Und natürlich den Ort, dem Tarantino selbst das meiste zu verdanken hat. Die Nazi-Parodie "Inglourious Basterds" (2009) hat ihre großen Momente, wie sich nun in der Wiederholung bei VOX nachprüfen lässt.

VOX
Inglourious Basterds
Action • 13.06.2019 • 22:55 Uhr

Tarantino übernahm für seinen Film (mit zwei Millionen Besuchern sein bis dato größter Kinoerfolg in Deutschland) die Grundidee der alten italienischen Kriegsklamotte "Ein Haufen verwegener Hunde": Im besetzten Frankreich jagt ein Sonderkommando jüdischer US-Soldaten Nazis. Angeführt von Brad Pitt amüsiert sich ein internationales Schauspielerensemble in diesen Szenen prächtig. Aus Deutschland unter anderem dabei: Til Schweiger.

Allzu viel Action gibt es allerdings nicht. Tarantino legt Wert auf Dialoge. Überall wird gequatscht, viel und mit großem Ego, aber ohne Punkt und Komma. Das ist mitunter etwas ermüdend, weil sich die Handlung nur schleppend entwickelt. Manchmal ist das wahnwitzige Sprach-Pingpong aber auch schlichtweg genial. Gut reden kann vor allem Christoph Waltz, der "Inglourious Basterds" als höllisch-fieser und rhetorisch gewandter SS-Oberst Landa seinen Stempel aufdrückt. Es ist genial, wie diabolisch der heute 58-Jährige spielt – dafür wurde er 2010 folgerichtig mit dem Golden Globe und auch gleich mit dem Oscar als "Bester Nebendarsteller" ausgezeichnet.

Etwas schweigsamer ist Shosanna (Mélanie Laurent): Die jüdische Kinobetreiberin wartet geduldig auf ihre Rache. Landa hatte einst ihre Familie ermordet. Dabei erträgt sie die Avancen eines dümmlichen deutschen Soldaten, den Daniel Brühl darstellt. Der Landser wurde zufällig zum Helden und soll nun Kinostar werden. Ein Film über ihn soll der Welt die deutsche Herrlichkeit beweisen. Doch das Kino rächt sich für die Vergewaltigung ...


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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