Über drei Millionen Haushalte in Deutschland schauen über das analoge Kabelfernsehen ihr Wunschprogramm. Schon bald ist das jedoch nicht mehr möglich. Das Kabelfernsehen wird vollständig digital. Warum die Umstellung erfolgt, wer davon betroffen ist und welche Kosten entstehen, erfahren Sie hier.

Warum wird das Kabelfernsehen umgestellt?

Die Initiative "Digitales Kabel" nennt drei wesentliche Gründe für die Umstellung:

1) Analoges Fernsehen wird von immer weniger Menschen genutzt, während parallel die Verkaufszahlen von TV-Geräten mit integrierten, digitalen Kabelempfängern (DVB-C-Tuner) steigen.

2) Digitales Fernsehen bietet eine größere Programmvielfalt und eine bessere Bild- und Tonqualität. Außerdem werde mit der Einstellung des analogen TV-Signals im Kabelnetz Platz für mehr Programme in hochauflösender (HD) und ultrahochauflösender (UHD) Bildqualität geschaffen.

3) In den Bundesländern Bayern, Bremen und Sachsen ist die Abschaltung der analogen TV- und Hörfunk-Programme im Kabelnetz bis Ende 2018 per Gesetz vorgeschrieben.

Wann erfolgt die Umstellung von analog auf digital?

Die analogen TV-Programme werden im Laufe des Jahres, aber vor allem von Ende Juli bis Ende August 2018 schrittweise abgeschaltet. Die genauen Termine variieren dabei je Region und je Kabelnetzbetreiber. Die Telekom, VodafonePŸUR und Wilhelm.tel bieten auf ihren Internetseiten eine Postleitzahl-Suche an, über die der Abschalt-Termin abgefragt werden kann. Ebenso können Sie hier die Abschalttermine als PDF-Dokument herunterladen.

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Logischerweise jeder, der sein TV-Programm bislang noch analog empfängt. Das ist zum Beispiel daran zu erkennen, dass ihr Programmangebot auf etwa 32 Sender beschränkt ist.

Brauche ich neue Empfangsgeräte?

Das hängt von ihrem TV-Gerät oder Receiver ab. Für den Empfang des digitalen TV-Signals ist zwingend ein sogenannter DVB-C-Tuner erforderlich. Schauen Sie im Zweifel in der Gebrauchsanweisung ihres Fernsehers nach, ob das Gerät über einen integrierten DVB-C-Tuner verfügt. Ist das nicht der Fall, können Sie sich ein entsprechendes TV-Gerät kaufen oder sich für einen DVB-C-Receiver entscheiden. Dieser wird in der Regel mittels HDMI-Kabel mit ihrem Fernseher verbunden. Achten Sie vor dem Kauf aber unbedingt darauf, dass auch ihr Fernsehgerät über einen entsprechenden HDMI-Eingang verfügt. Passende Digitalreceiver finden Sie im Elektronikhandel oder auch im Internet. Die Stiftung Warentest hat zum Beispiel folgende DVB-C-Receiver getestet:

  • Humax PR-Fox C II (Test-Urteil GUT, Note 2,3)
  • Technisat Digit Kabel NCI (Test-Urteil BEFRIEDIGEND, Note 3,0)
  • Technotrend TT-Micro C202 (Test-Urteil BEFRIEDIGEND, Note 3,4)
  • Humax PR-HD 1000 C (Test-Urteil BEFRIEDIGEND, Note 3,4)
  • Philips DCR9000/02 (Test-Urteil BEFRIEDIGEND, Note 3,8)

Alternativ stehen auch die digitalen Empfangsarten DVB-T2 HD (Antenne) oder DVB-S (Satellit) zur Auswahl.

Entstehen zusätzliche Kosten?

Das ist davon abhängig, ob Sie sich neue Empfangsgeräte kaufen müssen bzw. möchten oder nicht. Sofern Sie bereits über entsprechende Geräte und einen vollversorgten Kabelanschluss verfügen, entstehen – neben ihrer Kabelgebühr – keine monatlichen Zusatzkosten. Möchten Sie private Programme wie RTL, ProSieben oder SAT.1 in HD oder UHD-Qualität schauen, ist das anders. In der Regel werden dafür bis zu 10 Euro pro Monat fällig. Die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF können Sie hingegen ohne Zusatzkosten auch in hochauflösender Bildqualität (HD) empfangen.

Muss ich handeln, wenn ich bereits digital Fernsehen schaue?

Sehr wahrscheinlich ja. In der Regel werden die digitalen Programme nach der Umstellung neu sortiert, sodass Sie ihre gewohnte Senderreihenfolge gegebenenfalls erneut einrichten müssen. Zudem empfiehlt sich ein Sendersuchlauf, um alle verfügbaren Programme zu sehen.

Weitere Informationen, auch zur Umstellung der UKW-Hörfunkprogramme, finden Sie im Internet unter www.digitaleskabel.de.