Kultkomiker Karl Dall ist noch immer für einen derben Spruch gut. In einer Talkshow im NDR-Dritten wetterte der 78-Jährige heftig gegen die heutige Comedy-Branche. Die neue Kollegen-Generation ist so gar nicht nach seinem Geschmack.

Hoher Besuch beim "Käpt'ns Dinner" im NDR Fernsehen. In der Talkshow mit Moderator Michel Abdollahi ist Komikerlegende Karl Dall zu Gast. Und der hatte nicht nur versöhnliche Anekdoten und Komplimente zu verteilen. Mit Blick auf die heutige Komiker-Generation kommt dem Mitbegründer von Insterburg & Co. vieles zu austauschbar vor. Er selbst sei da aus anderem Holz geschnitzt: "Mich konnte nie einer kopieren. Aber ich kann andere kopieren, indem ich einfach die Witze klaue."

Der 78-Jährige wurde insbesondere aufgrund seines derben Humors zu einem deutschen Kultkomiker, der bei seinen Auftritten kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch heute wolle er von seiner eher ungehobelten Art des Kabaretts nicht abweichen: "Einer muss ja die Drecksarbeit machen mit dieser ganzen angepassten Scheiße im Fernsehen", wetterte Dall. Bei seinen Kolleginnen und Kollegen vermisse er heutzutage den Mut, auch mal etwas Polarisierendes und Kontroverses zu sagen: "Wir sind wieder da, wo wir ganz, ganz früher waren: Seid alle ganz nett, seid lieb, katholisch und bloß kein böses Wort."

Dass die Zeiten für ihn nicht immer leicht waren, verschweigt der gebürtige Emdener im Gespräch nicht. Während seiner Karriere-Anfänge im Westberlin der 60er-Jahre habe er kaum Geld gehabt und oft nicht gewusst, wie er die nächste Miete bezahlen soll. Er habe sogar gehungert. "Ich bin nicht gerade an die Mülleimer gegangen, so weit nicht. Aber von trockenen Brötchen gelebt oder so. Die Zeit vergesse ich nicht."

Das NDR-Fernsehen zeigt die "Käpt'ns Dinner"-Ausgabe mit Karl Dall Freitagnacht um 0.30 Uhr im Anschluss an die NDR-Talkshow. Vorab ist die Folge in der NDR-Mediathek zu sehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst