16.11.2020 Katharina Böhm im Interview

Die Chefin trinkt viel Cola

von Lara Hunt
"Chefin" Katharina Böhm mit ihren Kollegen Christoph Schechinger und Jürgen Tonkel.
"Chefin" Katharina Böhm mit ihren Kollegen Christoph Schechinger und Jürgen Tonkel.  Fotoquelle: ZDF / Michael Marhoffer

Seit acht Jahren spielt Katharina Böhm die "Chefin" im ZDF. Im Interview berichtet sie von Gemeinsamkeiten mit der Figur.

Frau Böhm, wie ist es, seit acht Jahren die Chefin zu spielen?

Mit der Drehzeit sind es für mich sogar schon neun Jahre, in denen ich als Vera Lanz vor der Kamera stehe. Vor zehn Jahren hat die Entwicklung der Serie angefangen, 2011 haben wir dann das erste Mal gedreht. Es macht mir immer noch großen Spaß, weil die Arbeit auch genügend Abwechslung bietet. Das einzige, was gleich bleibt, ist das Präsidium, wo wir die Fälle aufdröseln. Die Dreharbeiten dort sind immer sehr anstrengend, weil sie sehr textlastig sind. Ansonsten gibt es immer wieder neue Partner und neue Geschichten. Das verhindert, dass wir in einen Trott verfallen. Mit unserem Kernteam arbeite ich nach wie vor sehr gerne zusammen.

Also kann das die nächsten fünf Jahre so weitergehen?

Schauen wir mal, was das Leben so treibt. Ich lege mich nicht gerne auf die Zukunft fest. Konjunktive sind nicht so mein Ding.

Sie spielen in "Die Chefin" die Vera Lanz. Wie gefällt sie Ihnen?

Ich muss sie ja mögen. (lacht) Das ist, als würde man mich fragen, wie ich mich finde. Da gibt es Dinge, mit denen ich zufrieden bin, und Dinge, die ich gerne noch verbessern würde. Aber ja, ich mag Vera. Sie hat zwar einen anstrengenden Beruf und muss andauernd mit der Waffe arbeiten – das wäre nicht so meins. Und so tolle Arbeitszeiten hat sie auch nicht, aber das ist bei mir manchmal ja auch nicht anders.

Gibt es Bereiche, in denen Sie sich von Vera Lanz unterscheiden?

Eine Menge. Ich würde sicher nicht so schnell eine Waffe ziehen. (lacht) Und ich glaube, ich habe mehr Leichtigkeit als sie. Ich versuche mich gesünder zu ernähren, während Vera die ganze Zeit Cola trinkt. Privat würde ich all das nicht machen, aber als Vera kann ich so viel Cola trinken, wie ich will. (grinst)

Sind Sie immer einverstanden damit, wie Vera Lanz sich verhält?

Es ist eine Gratwanderung. Bei einigen der neuen Fälle werden auch schwierige Fragen gestellt. Es gibt gewisse Dinge, die moralische Fragen aufwerfen. Ich bin nicht dafür, zu generalisieren und alles über einen Kamm zu scheren, aber es ist und bleibt eine Gratwanderung.

Es heißt, es gebe einen Trend zu starken weiblichen Charakteren im Fernsehen. Wie sehen Sie das?

Es werden auf jeden Fall immer mehr davon sichtbar. Aber das liegt ja auch am Medium. Im Fernsehen wollen die Zuschauer „Heldinnen und Helden“ oder „Antiheldinnen und -helden“ sehen. Die Menschen schalten ja nicht ein, um zu sehen, wie ihre Nachbarn Brötchen backen. Ich denke auf jeden Fall, dass es nicht zu viele starke Frauen sind.

Sie sind die Tochter von Schauspieler Karlheinz Böhm. Werden Sie häufig auf ihn angesprochen?

Sehr viel weniger als früher. Es gab eine Zeit, vor vier bis fünf Jahren, da war es mehr. Auch weil mein Sohn ihm so ähnlich sah. Heute werde ich häufig um die Weihnachtszeit angesprochen, von Menschen, die da Sissi gucken – und das ist ja auch schön.

TV-TIPP

  • "Die Chefin"
  • Freitag
  • 20.15 Uhr
  • ZDF