Im Sommer 2018 sammelte Klass Heufer-Umlauf über einen Spendenaufruf fast 300.000 Euro zum Chartern eines Rettungsschiffs. Noch immer ist ein solches Schiff nicht im Einsatz auf dem Mittelmeer. Der TV-Entertainer geriet nun in Erklärungsnot.

Ambitioniert gescheitert? Im Sommer 2018 trug der TV-Moderator und Comedian Klaas Heufer-Umlauf mittels eines Spendenaufrufs dazu bei, dass 297.000 Euro gesammelt wurden. Das Ziel der Aktion: die Finanzierung einer Rettungsmission im Mittelmeer. "Ich werde persönlich dafür Sorge tragen, dass das Geld da ankommt, wo es hinmuss", erklärte der 36-Jährige damals.

Allerdings ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch immer kein vom Spendengeld finanziertes Seenot-Rettungsschiff in See gestochen. Das sorgt nun für reichlich Kontroversen – insbesondere aufgrund eines kritischen Artikels des österreichischen Medienprojekts "addendum", das in einer aufwendigen Recherche nachzeichnet, warum das Projekt – bislang – gescheitert ist. Heufer-Umlauf und der zur Realisierung der Rettungsmission gegründete Verein "Civilfleet Support e.V." kommentierten nun die Vorwürfe.

Fakt ist: Zu der angestrebten Rettungsmission ist es bislang tatsächlich nicht gekommen. Diese Tatsache ist auch unstrittig. Die Gründe sind hingegen mannigfaltiger Natur und stehen in direktem Zusammenhang mit der verfahrenen politischen Situation zur Causa Seenotrettung im Mittelmeer. Vor allem die Beflaggung des Rettungsschiffs hat offenbar für erhebliche Probleme gesorgt – auch finanzieller Natur.

Die Kritik von "addendum" beantwortete "Civilfleet" mit einer offiziellen Stellungnahme. Klaas Heufer-Umlauf – soeben mit Rekordquoten in die neue Staffel "Late Night Berlin" (ProSieben) gestartet – stand derweil dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier im Onlinemagazin "Übermedien" Rede und Antwort.

"Ich glaube nicht, dass die Spender enttäuscht sind"

So sagt der Moderator, dass er sein Versprechen gehalten habe, was sein Interviewpartner jedoch anzweifelt. Heufer-Umlauf versichert daraufhin: "Das Geld ist dahingegangen, wo man es nach besten Wissen und Gewissen investieren muss, um das zu erreichen, was wir versprochen haben." Angesprochen auf das letztendlich gescheiterte Chartern eines Schiffs zur Seenotrettung erklärt der TV-Star: "Ich glaube nicht, dass die Spender enttäuscht sind." Er fügt an, dass ein solches Projekt immer mit etlichen Problemen einhergehe und dass man nie sicher sein könne, ob es im Endeffekt auch funktioniert: "Das Ziel von Seenotrettung ist natürlich, ein Schiff aufs Wasser zu bringen und damit Menschen aus Seenot zu retten. Dass das auch im Normalfall nicht so leicht ist und es viel Zeit und Geld kostet, das ist ja klar."

Laut Heufer-Umlauf "hätte man natürlich sagen können: Dann lassen wir es lieber." – "Aber dann wäre auch sicher, dass kein Seenotretter auf den Wassern unterwegs ist," so der gesellschaftspolitisch engagierte Star. Mit den Komplikationen habe man bereits im Vorfeld gerechnet. Schließlich sei das Chartern eines Schiffes zur Seenotrettung "nicht wie ein Tretbootverleih am Ammersee". Man habe oft umdenken und auf permanente Veränderungen reagieren müssen. Doch er verteidigt das Vorgehen nach bestem Wissen und Gewissen: "Improvisieren beinhaltet immer die Möglichkeit zu scheitern." Auch wenn die Aktion nun nicht das ursprünglich angedachte Ergebnis erzielt hat, erklärt er: "Ich würde es wieder tun."

Trotz zuletzt stark gesunkener Flüchtlingszahlen bleibt das Thema Seenotrettung politisch hoch umstritten. Laut UNO Flüchtlingshilfe kamen 2019 bislang 669 Flüchtende beim Versuch, Europa zu erreichen, im Mittelmeer ums Leben. Im traurigen Durchschnitt sterben auf der "tödlichsten Seeroute der Welt" vier Menschen pro Tag.


Quelle: teleschau – der Mediendienst