So etwas erleben die Redaktionen der Polit-Talks im deutschen Fernsehen auch nicht alle Tage: dass eine Sendung ausfallen muss, weil nicht genügend Spitzenvertreter der großen Parteien kommen wollen. Nachdem bei "Anne Will" eine kurzfristig geplante Sendung über die Folgen des Berliner Regierungspokers gestrichen wurde, wird jetzt doch noch im Ersten über das politische Aufregerthema dieser Tage diskutiert: Sandra Maischberger empfängt am Mittwoch, 14. Februar, 22.30 Uhr, ihre Gäste unter der Leitfragestellung: "Das GroKo-Drama: Zerlegen sich die Volksparteien?".

Neben dem Journalisten und TV-Moderator Wolfgang Herles erklärten sich immerhin drei Vertreter der in der Kritik stehenden Volksparteien zu einem Studiobesuch bereit: der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), das ehemalige SPD-Präsidiumsmitglied Rudolf Dreßler und die Staatssekretärin Serap Güler von der CDU. Sie sollen die Frage erörtern, ob der SPD nach dem Rückzug des Vorsitzenden Martin Schulz ein Führungschaos droht und ob Kanzlerin Angela Merkel nach den durchwachsenen Verhandlungserfolgen mit den Sozialdemokraten noch ausreichend Rückhalt in ihrer Partei hat.

Kehrseite dieser kurzfristig umgesetzten Themenänderung beim Mittwochs-Talk "Maischberger" ist, dass ein geplanter Themenabend nicht zustande kommt. Eigentlich wollte Sandra Masichberger im Anschluss an das um 20.15 Uhr laufende Fernsehspiel "Aufbruch ins Ungewisse" das im Film aufgeworfene Szenario vertiefen. In dem fiktiven Drama von Regisseur Kai Wessel werden die Vorzeichen der Flüchtlingskrise umgedreht: Eine deutsche Familie muss in einer nahen Zukunft aufgrund staatlicher Repression über Schleuserrouten nach Afrika flüchten. Ein doch forsches TV-Experiment, dem eine einordnende Nachbesprechung sicher nicht geschadet hätte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst