"Dieter Kosslick: Färben Sie den roten Berlinale-Teppich schwarz und setzen Sie ein Zeichen gegen sexistische Übergriffe, Diskriminierung und Missbrauch in der Filmbranche." Mit deutlichen Worten rief Schauspielerin Claudia Eisinger den Direktor der Berliner Filmfestspiele in einer Kampagne dazu auf, ein symbolisches Zeichen zu setzen.

"Es geht um eine gemeinsame Zukunft. Eine Zukunft ohne #metoo. Es ist unsere Verantwortung, der Welt zu signalisieren, dass sexueller Missbrauch, Übergriffe und Diskriminierung von Frauen nicht länger ungesehen bleiben – und das nicht nur in unserer Branche", schrieb die 33-Jährige in einer Petition auf der Plattform Change.org.

"Wir Mitglieder der Filmbranche sind jetzt aufgefordert, klare Zeichen zu setzen. In Hollywood trugen die Schauspielerinnen schwarz. In Berlin wollen wir einen schwarzen Teppich", forderte die "Tatort"-Darstellerin weiter. Sie äußerte sich auch zur MeToo-Debatte, die sie wahrnimmt "als kathartischen Wirbelsturm, der sich endlich Bahn bricht. Endlich fällt Licht auf ein längst überholtes System und legt die Missstände nicht nur einer Branche, sondern einer ganzen Gesellschaft offen, die so lange stillschweigend hingenommen wurden." Nun müsse man "weiter für die Sichtbarkeit der Bewegung zu sorgen", schreibt die Berlinerin unter dem Slogan "Black is the New Red"

Eisinger, deren Kampagne bis zum Dienstagmorgen bereits über 15.000 Unterstützer fand, engagiert sich auch künstlerisch schon länger für weibliches Empowerment. Kürzlich spielte sie in der ZDF-Serie "Zarah – Wilde Jahre" eine Emanzipationskämpferin der 70er-Jahre; derzeit arbeitet sie an einer Filmserie namens "Bella", die sich der Thematik der Solidarität zwischen Frauen nähert. Die Berlinale beginnt am Donnerstag, den 15. Februar.


Quelle: teleschau – der Mediendienst