Seit Jahren gilt der Berliner Bezirk Neukölln als Chiffre – für Clanstrukturen, steigende Mieten und Hipstertum. Die "Frontal 21"-Reportage "Mein Haus, mein Kiez, mein Clan" begleitet Bezirksbürgermeister Martin Hikel und fragt: "Wem gehört Neukölln?"

Seit Jahren schon ist Neukölln auch bundesweit ein Schlagwort. Stand der berüchtigte Berliner Stadtteil erst für Armut und mangelnde Integration, avancierte er in letzter Zeit zum ambivalenten Zentrum von Hipstertum, Mietsteigerung und Clanstrukturen gleichermaßen. Spätestens seit der prämierten Erfolgsserie "4 Blocks" scheint die Gegend um die Berliner Sonnenallee allgegenwärtiges mediales Thema. Ebenso wie die zuständigen Politiker: Waren erst Heinz Buschkowsky und die heutige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey als Neuköllner Bezirksbürgermeister regelmäßig Gast in den gängigen Talkshows, fällt diese Rolle aktuell dem jungen Martin Hikel zu.

Seit März 2018 ist der 33-Jährige Bürgermeister von Berlin-Neukölln – und erste Anlaufstelle, wenn es um die mannigfaltigen Probleme des Bezirks geht. So auch für die Filmemacher Christian Esser und Anne Herzlieb, die Hikel für "Frontal 21" ein halbes Jahr lang als Bürgermeister im Stadtteil begleitete. Herausgekommen ist eine aufschlussreiche Reportage, die unter dem Titel "Mein Haus, mein Kiez, mein Clan" fragt: "Wem gehört Neukölln?". Eine Frage, die viele weitere aufwirft: Ist Neukölln in der Hand von arabischen Clans? Oder bestimmen inzwischen Immobilienspekulanten? Was machen die Alteingesessenen, wenn sie von Zugezogenen verdrängt werden?

Der Film zeigt Hikel im Kampf gegen globale Immobilienkonzerne und die bisweilen exorbitante Mieten, die innerhalb von zehn Jahren um 146 Prozent anstiegen. Aber auch im Kampf gegen die mächtigen Clanstrukturen, denen Polizei und Justiz mit Null-Toleranz-Politik, Razzien und Vermögensbeschlagnahmung begegnen wollen.

Dazwischen tobt ein weiterer Konflikt – jener zwischen finanzschwachen Alt-Neuköllnern und den wohlhabenderen Gentrifizierern. Eines macht der Film klar: Martin Hikel hat einen der schwierigsten Jobs Deutschlands.


Quelle: teleschau – der Mediendienst