"Gefragt – Gejagt"- und "Sportschau"-Moderator

Alexander Bommes: "Schadenfreude habe ich noch nicht erlebt"

von Rupert Sommer

Als Moderator fiebert Alexander Bommes bei "Gefragt – Gejagt" mit seinen Kandidaten mit. Schadenfreude, wenn einer auf dem Schlauch steht? "Im Gegenteil", bekräftigt Bommes. Jetzt steht eine Promi-Ausgabe am Samstagabend an.

Er ist der Quotenstar der ARD am Vorabend. Jetzt zieht es Alexander Bommes mit der Wissensshow "Gefragt – Gejagt" auch auf die große Samstagabend-Bühne – demnächst am 20. Juli um 20.15 Uhr. Dabei stellen sich 16 prominente Gäste der Herausforderung im Duell gegen die Quiz-Experten. Im Interview lässt sich der 43-Jährige hinsichtlich eigener Wissenslücken, der Dauerfehde mit den sogenannten "Jägern" und seiner Bundesliga-Vorfreude in die Karten schauen.

prisma: Herr Bommes, der Vorbereitungsstress für die neue "Bundesliga"-Runde oder Kabbeleien mit ihren Lieblingsfreund-Feinden unter den "Jägern". Was bringt Sie eigentlich um den Nachtschlaf?

Alexander Bommes: Ach, ich schlafe sehr gut, da bräuchte es schon andere Faktoren. Aber "Lieblingsfreund-Feinde" ist eine sehr schöne Wortschöpfung.

prisma: Mittlerweile haben Sie mit "Gefragt – Gejagt" schon die 600-Sendungen-Marke überschritten. Hätten Sie rückblickend jemals gedacht, dass in Ihnen so ein ausdauernder Quizfuchs steckt?

Bommes: Nein, höchstens gehofft. Ich war zwar von Beginn an fasziniert und auch überzeugt von "Gefragt – Gejagt". Dass wir aber nach dem Start mit sechs kleinen Folgen am späten Sonntagabend im NDR jetzt so lange schon dabei sind, ist eine wunderbare Geschichte und zeigt, wie stetige und gesunde Entwicklungen möglich sind.

prisma: Wie sehr sind Sie über die Zeit hinweg eigentlich zu einem Besserwisser geworden, der mit seinem en passant erworbenen Quizshow-Fachwissen jedes Stammtischgespräch und jedes Abendessen mit Familie und Freunden dominiert?

Bommes: Leider gar nicht. Ich hätte sicherlich die Möglichkeit gehabt. Aber dafür kann ich schnell vorlesen.

prisma: Kein Mensch kann alles wissen, niemand muss sich für alles interessieren. Aber bei welchen Wissensgebieten werden Sie selbst immer wieder neugierig und was nehmen Sie aus den eigenen Sendungen mit?

Bommes: Für mich persönlich steht ehrlich gesagt bei "Gefragt – Gejagt" die Betreuung meiner Kandidatinnen und Kandidaten im Vordergrund. Da nehme ich jeden Tag aufs Neue viel Respekt mit und kann immer wieder mitfiebern. Dazu kommen die spektakulären Leistungen unserer Jäger gepaart mit deren Freude am Frotzeln mit mir. Jede Sendung ist ein schönes gemeinschaftliches Spiel. Das verbinde ich und halte es zusammen. Ich bin für die Form zuständig, den Inhalt machen Team und Jäger.

prisma: Mit all den richtigen Antworten im Hinterkopf könnten Sie ja leicht mal selbst bei Kollegen in einer Quizshow als Kandidat antreten und den ganz großen Jackpot knacken ...

Bommes: Mit einem Jäger an der Seite vielleicht. Das wäre die Voraussetzung....

prisma: "Gefragt – Gejagt" wechselt ja immer wieder mal in die Samstag-Primetime und darf sich dann über mehr Strecke und mit Promi-Gästen austoben. Was macht für Sie den Reiz dieser XXL-Varianten aus oder sind Sie etwa nur extra stressig?

Bommes: Der Samstag ist ein Festabend für unser gesamtes Team, Jäger inklusive. Und ich gönne das ihnen allen, die so lange dabei sind, von Herzen und nehme den Extrastress mit Freude auf mich.

prisma: Schadenfreude ist ja weit verbreitet. Wie schwer fällt es Ihnen eigentlich, sich das nicht allzu sehr anmerken zu lassen, wenn einer Ihrer Star-Gäste komplett auf dem Schlauch steht?

Bommes: Schadenfreude habe ich noch nicht erlebt. Im Gegenteil. Vor den Prominenten, die sich trauen, vor Millionen gegen die Jäger zu spielen, ziehe ich den Hut. Das sind dann wirklich die Mutigsten im Ersten ...

prisma: Nennen Sie doch mal ein paar Kollegen, denen man fundiertes Faktenwissen in eher nischigen Disziplinen so zunächst gar nicht zugetraut hätte.

Bommes: Sie dürfen sich gerne überraschen lassen ... Oder Sie entern unsere Netzgemeinde, die jede Sendung in den sozialen Netzwerken parallel verfolgt, Tipps abgibt und heiß diskutiert. Das macht großen Spaß, sich mal zu beteiligen.

prisma: Nehmen Sie die "Jäger", mit denen Sie bekanntlich oft sportlich-intellektuelle Wettkampfeinheiten austragen, in den Promi-Ausgaben eigentlich besonders hart ran?

Bommes: Natürlich. Nur nicht Dr. Kinne. Der mag es, wenn ich singe. Er ist mein Freund.

prisma: Wie groß ist die Moderatorenfurcht, dass die besonders Schlagfertigen unter den "Jägern", aber auch ihre Promi-Gäste Sie selbst einmal ausmanövrieren und rhetorisch in Verlegenheit bringen können?

Bommes: Diese Furcht hatte ich bisher noch nicht. Das Schöne ist doch, dass wir alle mit Freude sowohl austeilen als auch einstecken.

prisma: Mit Bettina Tietjen hatten Sie sich zuletzt über mehrere Jahre hinweg auch charmante kleine Schlagfertigkeitsscharmützel im gemeinsamen NDR-Talk geleistet. Warum wollten Sie sich eigentlich in die Reihe der Männer einreihen, die Frau Tietjen dann doch wieder einen Korb geben?

Bommes: Ich habe nach langer Überlegung die Entscheidung getroffen, diese sehr wertvolle Zeit zu beenden, und wir hatten einen wunderbaren Abschied.

prisma: Welche Energien werden für Sie persönlich frei, wenn diese Talk-Verpflichtung wegfällt?

Bommes: Ich hatte auch in den letzten Jahren sehr viel Energie, da wird es keinen Unterschied geben.

prisma: Zum Schluss noch mal kurz zur "Sportschau". Fast unerwarteterweise war es im Meisterkampf der letzten Saison dann in der angeblich so berechenbaren Bundesliga ja doch noch mal spannend geworden. Glauben Sie, dass diese Form von Dramatik ein Ausrutscher war?

Bommes: Bitte nicht. Ich hatte große Freude an der Spannung und könnte mir vorstellen, dass insbesondere Borussia Dortmund wieder mit den Bayern auf Augenhöhe konkurrieren kann.

prisma: Auf welche Überraschungsentwicklungen setzten Sie in der neuen Saison?

Bommes: Ich hoffe, dass es weniger Trainerentlassungen geben wird. Würde aber nicht drauf setzen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst
Das könnte Sie auch interessieren