Immer mehr Menschen unternehmen Kreuzfahrten, doch die riesigen Schiffe sind eine Belastung für die Umwelt. Eigentlich gelobte die Industrie Besserung. Die "Story im Ersten" geht der Sache auf den Grund.

Über 2,2 Millionen Deutsche sind im Jahr 2018 auf Kreuzfahrt gegangen. Wenn man diese Zahl mit der von vor 20 Jahren vergleicht, damals waren es 300.000 Passagiere, versteht man, wie sich der Tourismus auf dem Wasser verändert hat. Aus einer Freizeit-Enklave für Betuchte ist Massentourismus geworden. Möglich machen dies riesige schwimmende "Hotelburgen", die nicht nur die Weltmeere, sondern auch deren Häfen bevölkern.

Leidtragende des Booms sind zum Beispiel Anwohner der Hafenstädte an Nord- und Ostsee sowie am Mittelmeer, die durch Schiffsabgase gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt werden. Wissenschaftliche Studien der Universität Rostock und des Helmholtz Zentrums München bestätigen, dass Feinstaub aus Schiffstreibstoffen gefährliche Wirkung haben kann: Entzündungen in der Lunge und Schlaganfälle sind mögliche Folgen.

Autor Andreas Orth, der diese "Story im Ersten" verantwortet, ist nicht neu im Metier. Bereits 2014 hatte er einen Film über Umweltproblematiken im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtboom gedreht. Sein Ruf schien nicht ungehört zu verhallen. Als Orth für den NDR über dieses Thema berichtete, versprach die Kreuzfahrtindustrie immer wieder umweltfreundlichere Schiffe.

Orths neue Dokumentation untersucht, ob die angekündigten Lösungen wie Landstrom oder moderne Antriebe wie Flüssiggas tatsächlich eingesetzt werden und auch Wirkung zeigen. Während die Kreuzfahrtindustrie neue Techniken ausprobiert, ist in vielen deutschen Häfen bisher wenig geschehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst