Wenn sich Til Schweiger auf eines versteht, dann sind das Feel-Good-Komödien. Große Überraschungen bietet die Story um eine Patchwork-Familie in "Kokowääh 2" nicht, dafür aber eine willkommene Flucht aus dem Alltag für den Zuschauer.

Wenn es hierzulande einen Filmschaffenden gibt, der die Prinzipien der leichtfüßigen Wohlfühlkomödie verinnerlicht hat, dann ist das Til Schweiger. Wenn der Mann sich in romantische Gefilde begibt, ist ihm der Erfolg sicher. Schon "Kokowääh" (2011) sorgte für volle Kinosäle: Rund 4,3 Millionen Zuschauer wollten Schweigers pastellgetönte Familienzusammenführung sehen. Das machte den Streifen mal eben zum erfolgreichsten deutschen Film 2011. Respekt. Der Nachfolger "Kokowääh 2" (2013), den SAT.1 jetzt wiederholt, konnte an diesen Erfolg nicht mehr ganz anschließen. Er lockte aber immerhin noch über 2,5 Millionen Besucher in die Kinos.

Der vielseitig begabte Schweiger scheint mit seinen perfekt auf sich und seine Kinder zugeschnittenen Werken regelmäßig einen Nerv zu treffen. Die Sehnsucht nach einem Stückchen heiler Welt, nach Problemen, die sich fast von selbst lösen, und nach Beziehungen, die auch nach der gefühlt hundertsten Verfehlung eines Beteiligten noch eine Chance haben, treibt das deutsche Kinopublikum offenbar um. Das ist auch völlig in Ordnung, denn schließlich bedeutet Kino Flucht aus dem Alltag und Eintauchen in eine andere – vielleicht bessere – Dimension.

In "Kokowääh 2" versinkt diese allerdings zunächst im Chaos. Henry (Til Schweiger) darf seinen ersten großen Film produzieren, gerät aber ins Straucheln, als Freundin Katharina (Jasmin Gerat) die Patchwork-WG verlässt: Sie hat keinen Bock mehr auf Muttersein, will ein neues Buch schreiben und sucht sich eine eigene Bleibe. Baby Louis und die zum ersten Mal verknallte Magdalena (Emma Tiger Schweiger) bleiben beim überforderten Papa zurück.

Dessen Lage bessert sich auch nicht, als Magdalenas Ziehvater Tristan (Samuel Finzi) bei Henry Unterschlupf sucht. Das Tohuwabohu wird von einem neckischen Kindermädchen (Jana Reinermann) und einem exzentrischen Filmstar, der Jungproduzent Henry das Leben schwermacht, komplettiert. Keine Überraschung: Es ist Schweiger-Zögling Matthias Schweighöfer ("Schlussmacher"), der sich hier selbst spielen darf.

Wie üblich überließ Schweiger nichts dem Zufall und sorgte eigenhändig für Drehbuch, Regie, Produktion und die passende Besetzung der männlichen Hauptrolle. Große Überraschungen bietet die Story nicht, ein Happy End mit glücklichem Publikum ist gesichert – wie bei Omas Marmorkuchen funktioniert Schweigers Patentrezept schließlich immer.

Zuletzt trat Til Schweiger in der Komödie "Klassentreffen 1.0" auf, die vergangenen Herbst in den deutschen Kinos lief. Der zweite Teil soll im Oktober erscheinen, der dritte ist für September 2020 geplant. Am 8. August startet der Episodenfilm "Berlin, I Love You" der Reihe "Cities of Love" in den deutschen Kinos, der wie die Vorgänger "Paris je t'aime" (2006) und "New York, I Love You" (2008) aus mehreren Kurzfilmen über das Thema Liebe besteht. Til Schweiger übernahm neben Künstlern wie Ai Weiwei, Massy Tadjedin, Dennis Gansel, Dani Levy oder Dianna Agron die Regie.


Quelle: teleschau – der Mediendienst