"Was Deutschland bewegt"

"Krankenhäuser schließen – Leben retten?": ARD-Doku untersucht Theorie

von Eric Leimann

Könnten Patienten in Deutschland besser versorgt werden, wenn wir weniger Krankenhäuser hätten? Eine ARD-Doku untersucht diese provokante These.

ARD
Die Story im Ersten: Krankenhäuser schließen – Leben retten?
Dokumentation • 15.07.2019 • 20:15 Uhr

Dieser Film wird vermutlich einschlagen wie eine Bombe. Die Theorie der Filmemacher und vor allem renommierter Gesundheitsexperten, die in der Doku auftreten: Die Versorgung von Deutschlands Patienten würde auf einem messbar höheren Niveau stattfinden, wenn wir weniger Krankenhäuser hätten. Wie kann das sein?

Wegen des Konkurrenzkampfes unter den Kliniken bieten viele Krankenhäuser auch Leistungen an, die sie nicht auf einem Qualitäts-Level beherrschen, wie andere deutsche Standorte, die auf derlei Fälle spezialisiert sind. Im Sinne des Patienten wäre also – bei Eingriffen, die über reine Routinebehandlungen hinausgehen – eine zentralistischere Versorgung besser. Die Politik weiß längst um diesen Zusammenhang, konnte sich aber wohl gegen zahlreiche Lobbys, die jeden einzelnen Klinikstandort erhalten wollen, durchsetzen.

Autorin Meike Hemschemeier ("2057 – Unsere Welt in 50 Jahren") wurde für ihre wissenschaftlichen Dokumentationen bereits mit zahlreichen Preisen bedacht. 2016 drehte sie bereits eine Doku über Krankenhauskeime in Deutschland ("OP gelungen, Patient tot – Lebensgefahr durch neue Krankenhaus-Keime"). Schon dieser Film sorgte für Aufsehen.

Mit der Theorie, dass es den Menschen besser ginge, wenn viele Krankenhäuser "um die Ecke" schließen würden, wird sie sich auch nicht nur Freunde machen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst
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