Diana Amft schlägt sich im dritten Teil der in der Eifel spielenden ARD-Reihe mit ihrer fiesen Schwiegermutter herum. Im Vergleich zu den ersten beiden Filmen ist die Komödie leider ziemlich enttäuschend.

Warum gibt es eigentlich keine so richtig schlechten Komödien mehr? Solche, bei denen man die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, weil man sich so schön über Drehbuch und Regie ärgern kann? – Gemach! – Diese, der dritte Teil der Freitagsreihe "Meine Mutter ..." (Drehbuch und Idee: Christian Pfannenschmidt) hätte es fast geschafft. Zwischen Comedy und Volksstück schwankend, wird in "Meine Mutter traut sich was" jedenfalls kein Klischee ausgelassen, das irgendwie Komik erzeugen könnte.

Schon die Ouvertüre wirkt in dieser Hinsicht vielversprechend. Der Bräutigam – wir sind in einer Hochzeitskomödie – blickt entsetzt, als er den Schleier der Zukünftigen lüftet. Und dann führt ihm auch noch der unliebsame Trauzeuge, ein früherer Freund der Braut, ein Trum Porzellan über den Schädel, dass er wie leblos niedersinkt.

Glücklicherweise alles nur geträumt von Rufus (Stephan Luca), dessen Hochzeit mit Toni (Diana Amft) hier unmittelbar bevorsteht. Tonis Mutter Heidi (Margarita Broich) hat das halbe Eifelörtchen in die "Kupferkanne" eingeladen – dabei hätte Toni so gerne im kleinsten Kreis geheiratet. Doch an Rufus' schrecklicher Mutter wäre sie auch so nicht vorbeigekommen. Luise (Sabine von Maydell) geigt jedem die Meinung, den sie vor die Flinte bekommt. Sie versucht allen Ernstes, ihrem Sohn in letzter Sekunde die neue Frau auszureden. "In Kneipenkreisen mag das Du üblich sein, aber ich kann das nicht ausstehen", zischt sie Heidi entgegen, als diese sie mit dem "Du" herzlich begrüßen will.

Alles absagen und einfach türmen – am besten nach Mallorca und dort in einer schnuckeligen Kapelle heiraten: Nur allzu verständlich ist dieser Gedanke, der hier irgendwann Toni, die Braut, überkommt. Luises Mann Carl (Walter Kreye) ist mitsamt seinen Prostata-Problemen – Luise fährt ihm beim Pinkeln mit dem alten Bulli einfach davon – wenigstens ein Trostpflästerchen. Wenn sich sein Blick an den Hintern von feschen Joggerinnen festsaugt, ist das wenigstens mal nicht übertrieben.

Ansonsten bleibt es aber bei einer nicht abreißen wollenden Kette von Klischees. Man hofft auf Überraschungen – doch leider vergeblich. Dabei hatte im ersten Film, "Meine Mutter ist unmöglich" im August 2018, doch alles so gut angefangen mit dem Dreigestirn Diana Amft, Stefan Luca und Margarita Broich. Vielversprechend schien der Widerstreit zwischen Hausmannskost in der Eifel-"Kupferkanne" und dem Gourmetkoch aus dem Hamburger Edelrestaurant. Mit der Schwiegermutter-Komödie des dritten Teils ist jedoch zweifellos ein Tiefpunkt der losen Freitagsreihe erreicht. Es kann nur besser werden – der vierte Film der Reihe folgt bereits am 04. April.

Meine Mutter traut sich was – Fr. 27.03. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH