Der torkelnde Captain Jack Sparrow begibt sich einmal mehr auf auf ein Abenteuer in der Karibik. Viel Neues hat der fünfte Teil der Reihe, den ProSieben als Free-TV-Premiere zeigt, nicht zu bieten.

Mit "Pirates of the Caribbean" schufen die Filmemacher um Hollywoods Blockbuster-Experten Jerry Bruckheimer kommerziell überaus erfolgreiches Unterhaltungskino. Immerhin spielten die ersten vier Filme weltweit fast vier Milliarden US-Dollar ein. Im Jahr 2017 kam mit "Pirates of the Caribbean: Salazars Rache" der fünfte Teil der Seeräuber-Saga in die Kinos – mit den bekannten Darstellern, einigen Neuzugängen und unter Regie zweier Norweger. Die Filmemacher setzen auf die bewährten Ingredienzen und auf den typischen Anarcho-Esprit von Hauptdarsteller Johnny Depp, der sich einmal mehr torkelnd auf Heldenreise begibt. ProSieben zeigt den Film nun in einer Free-TV-Premiere.

Der planlose, ziemlich derangierte Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) ist also zurück und sieht sich zwangsläufig mit einem neuen Abenteuer konfrontiert: Eine Truppe mordlustiger Geister-Piraten unter der Führung von Sparrows erklärtem Todfeind Captain Salazar (Javier Bardem) sind dem Teufelsdreieck entkommen, in dem sie bislang festgehalten wurden. Salazar und seine Crew wollen sich hierfür an den lebenden Piraten rächen, vor allem an Captain Jack Sparrow.

Um das Unheil abzuwenden, muss der chaotische Piratenchef Poseidons magischen Dreizack finden, der ihm die Kontrolle über die Weltmeere verleiht und mit dem er den fiesen Salazar bezwingen kann. Das gelingt ihm aber nur mithilfe der jungen, ambitionierten Astronomin Carina Smyth (stark: Kaya Scodelario, "Maze Runner"-Trilogie), die ebenfalls den mysteriösen Dreizack finden will, um sich endlich als Wissenschaftlerin beweisen zu können. Ebenfalls an Bord von Sparrows angeschlagenem Schiff ist der Seemann Henry Turner (Brenton Thwaites, "Titans"), der wiederum seinen Vater Will (Orlando Bloom) von einem Fluch befreien will ...

Der fünfte Teil von "Fluch der Karibik" liefert das, was man in weiten Teilen schon kennt: einen schrägen Antihelden, perfekt animierte und etwas überbordende Action zu Land und zu Wasser sowie brillant gestaltete Figuren wie Salazar und seine Zombie-Piraten, die mit fragmentarischen Visagen auf einem skelettartigen Schiff ihre tödliche Mission erfüllen wollen.

Die konstruierte Geschichte, in der es einmal mehr darum geht, einen okkulten Gegenstand zu finden, ist natürlich Nebensache und dient vor allem dazu, ein effektreiches Fantasy-Abenteuer abzuliefern, das mit Action, Slapstick und einigen gruseligen Passagen unterhalten will. Dass es den beiden norwegischen Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg ("Kon-Tiki", 2012) gelingt, dem fünften Teil ihren Stempel aufzudrücken, kann man wirklich nicht behaupten.

An den Kinokassen schlug sich "Salazars Rache" recht ordentlich, doch an die Einspielergebnisse der Teile zwei bis vier konnte das neueste Abenteuer nicht mehr anknüpfen. Ob es in naher Zukunft einen weiteren Film der "Fluch der Karibik"-Reihe oder gar ein Reboot geben wird, steht aktuell noch in den Sternen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst